Full text: Der Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart

  
  
  
  
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umrahmte Schrifttafel mit Konsolen und aufgebogenem Gesims (zu 
schadhaft für Abbildung); der ältere Storr, f 1773, ein ganz eigen- 
artiges, mit stark verjüngtem hohem Aufsatz und allerlei fein zuſammen- 
stimmendem Hierat versehenes Rokokodenkmal (Abbildung Seite 15). 
Um 1775 beginnt die weit über ein Menſchenalter umfassende Herr- 
ſchaft der antikiſierenden Stilarten, welche dem älteren Fried- 
hofteil mit dem Reichtum ihrer Formen und Motive ein fesselndes 
Gepräge verleihen: zunächſt das Louis Seize, im Grundton der 
Wertherperiode, die einen 
trockenen Rationalismus mit 
sentimentalen UÜberſchwang 
verbrämt; hierauf als zweite 
Phaſe der Empireſtil, welcher 
hier nicht so froſtig auftritt 
als z. B. in der Porzellan- 
technik, sondern im Gegenteil 
durch vielgeſtaltigen Schmuck 
überraſch. Die Formenwelt 
jenes Zeitalters ist uns großen- 
U n, teils durch Frankreich vermit- 
.. n telt. Sogar Einzelheiten wie 
/ der fünfstrahlige Stern weisen 
darauf hin. Sonderbar be- 
rührt uns freilich jene Syn- 
bolik mit den Aschenurnen, wo 
man entfernt nicht an Feuer 
beſtattung dachte, mit den Trä- 
: e >§ nenfläſchchen, die zu abenteuer- 
I. D. Sick, Hofkammerat + 1801. licher Größe anſchwellen, mit 
ſus „Die Hzuft: #1y Atertum?senrmsle im Königreich dem geflügelten Stundenglas. 
Zurtentegt. fz ze! seles r Szreivey iy Sinniger, aber uns auch nicht 
mehr geläufig iſt das Toten- 
lämpchen, die geſenkte Fackel ohne Genius, die Schlange als Ring, der 
Schmetterling, die Maske; auch die verſchlungenen Hände kommen heute 
kaum mehr vor. Altväteriſch muten ferner Tuchgehänge und Fruchtgewinde, 
Blumenkörbchen und Mohnbüſchel an, während Eichlaub, Rosen- und Lor- 
beerkranz, Efeu und Palme in der Kunſt nicht welken und verdorren. 
Die christlichen Symbole, wie Kreuz und Anker sind an keine Zeit 
gebunden. Ebensowenig beſchränken sich Embleme, wie Helm und Schild, 
Buch und Feder, Zirkel und Winkelmaß, gekreuzte Hämmer auf einen 
  
  
  
 
	        

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