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& Die bauliche Entwicklung
Reibe von Steinfäulen in ?wei Schiffe geteilten Saal mit mächtiger Balkendecke, über dem sich
die oberen Stockwerke in fachwerkbau erhoben. Hn die Burg schloßen sich nördlich und südlich
die von König Rudolf von Habsburg 1286 in fiebenmonatlicher Belagerung vergeblich beraumten
Mauern der Hitstadt. Jbre letzten Reste find in dem überbauten Gang „unter der
ffiauer“ zwischen der Stiftskirche und dem Bebenhäuser F>of, die Spuren ihrer Gräben im Zug
der Königs-, Eberhards- und Karlftraße sichtbar. Jm 14. Jahrhundert besaß die Stadt nur drei
Core: das Jnnere Eßlinger- oder St. Leonhardstor an der flßarktftraße, 1350 genannt, das
Kanzlei- oder Cunzhofertor an der Stelle des Durchgangs unter dem Drinzenbau und das Obere
in der jetzigen Breiten Straße, beide 1393 erstmals erwähnt. Jn der folge kamen hinzu: 1464
das Cedergerbertörlein beim jetzigen Hotel Silber, 1476 das Kleine oder Scbultörlein oben in
der Schulgaffe, seit seiner Erweiterung Im Jahr ,535 das Reue Cor geheißen, erst ziemlich später
das Untere Cor in der Stiftftraße; endlich öffnete man 1600 das kleine Cor am Jlgenplatj, um
bei einer damals ausgebrochenen Seuche den Sieg nach dem Lazarettkirchhof (vor der Eßlinger
Vorstadt) zu kürzen.
Von Bauten innerhalb dieses eiförmigen Mauerrings erfahren wir erst, als 6ras Eberhard
der Erlauchte (1265—1325) im Jahr ,32, das weltliche Chorb errn ft ist zum heil.
Kreuz, das die Eßlinger zerstört hatten, von Beutelsbach im Remstal bieber verlegte. Dun
erhält die dem Stift einverleibte romanische Basilika auf Kosten des Grafen Ulrich von {Uirtemberg,
Propstes zu St. Guido in Speier, durch den Steinmetz Malter zwischen 1327 und 1347 den
jetzigen frühgotischen Chor. Um dieselbe Zeit werden einige alte Steinhäuser in der Däbe
der Stiftskirche genannt: ein Propst Marquard von Kaltental schenkt 1321 dem Stift das seiner
familie gehörige Steinhaus (Stiftftraße 10), die „alte propftei“, neben dem „Steinhaus der
Herrschaft" (Stiftftraße 8), welches das ursprüngliche Stutenhaus gewesen sein soll. {Restlich
gegenüber liegt an der Stadtmauer ein drittes (Stiftftraße 5), das später sogenannte ffläntlerfcbe.
Es war bis 1453 gräfliche Kanzlei, bis 1688 die „neue propftei“, dann {Uobnung fürstlicher
Personen, daher es später „das Schlößle“ hieß. Doch werden im 14. Jahrhundert einige Häuser
auf dem Marktplatz erwähnt, die 1335 abbrannten, darunter die Herberge zum güldenen Hdler;
unfern der Burg die Münze; im Dordweften beim Oberen Cor der Spital für arme alte Bürger
und Bürgersfrauen, mit eigener Kapelle; im Südoften der Garten der frau von Mantua, d. b.
der Hntonia, Gemahlin Graf Eberhards des Milden. Hußerhalb des Mauerrings stand im
Süden der Stadt zwischen Gärten, Heckern und Miesen die ,334 genannte St. Leonhardskapelle,
im Dordoften vor dem Cunjbofer Cor ein seid- oder Sonderfiechenhaus, mit welchem 1677 das
schon ältere Seel- oder Gutleuthaus vereinigt wurde, das fremden Hrmen Herberge und Speise
bot. 1391 kommt nördlich von der Stadt eine Liebfrauenkapelle vor.
Man möchte denken, daß die febden und Kämpfe, welche die streitbaren Grafen von
Mirtemberg das ganze 14. Jahrhundert hindurch bis über die Mitte des 15. in beinahe ununterbrochener
folge mit ihren städtischen und adeligen Dachbarn führten, auf die Entwicklung der
Stadt von ungünstigem Einfluß gewesen wären. Hinsichtlich der Vermögensverhältnisse ihrer
Bürger war dies ohne frage der fall. Hber gleichwohl zeigt Stuttgart während dieses Zeitraums
eine bedeutende Zunahme. Schon im Jahr 1350 geschieht der Eßlinger- oder St. Leonhards-Vor
ft a dt Erwähnung, die sich bei der gleichnamigen Kapelle im Süden der Stadt
gebildet hatte und bereits eine Judengasse und Judenschule in lieh schloß. Seit der Mitte des
ig. Jahrhunderts wuchs sie vornehmlich durch den Zuzug der umwohnenden Landbevölkerung,
welche gegen die andauernden Kriegsnöte hier Schutz suchte. Eine zweite, die „obere“ Vorstadt,
1451 erstmals erwähnt, entstand bei der Liebfrauenkapelle, der Vorgängerin der Hospital-