Full text: Geschichte der Stadt Stuttgart

beißen gewählt wurde (Wahlberechtigte 13547; Rechtsanwalt Lautenschlager 3205, Ministerialrat 
Mofthaf 2980). Oie Bestätigung erfolgte am 13. Juni, die Ernennung jum Oberbürgermeister 
am 24. februar 1900. 
Die Wahlen in den 6emeinderat und Bürgerausschuß brachten anfangs noch keine wesent 
lich veränderte Zusammensetzung der bürgerlichen Kollegien. Erst seit 1897, gleichzeitig mit dem 
Kampf um den Platz des neuen Rathauses und unter fortwährender Zunahme der Erwerbung 
des Mahlbürgerrechts (1897: 12199, 1903; 17717 Wahlberechtigte), trat eine Verschiebung ein: 
es wurden in den 6emeinderat 1897 nur noch 2 Kandidaten der Deutschen Partei, dagegen 
4 von der Volhspartei, 2 Sozialdemokraten, je einer vom Zentrum und von der Wirtspartei 
gewählt; und ähnlich fielen in den folgenden Jahren die ßemeinderats- und Bürgerausschuß 
wahlen aus, so daß der Bestand 1904 im ersteren ist: Volkspartei n, Deutsche Partei 5, Sozial 
demokratische Partei 4, Parteilose 2, Konservative Partei und Zentrum je 1, im Bürgerausschuß: 
Volkspartei 12 (1905: 11), Deutsche Partei 7 (1905; 8), Sozialdemokraten 3 (1905: 2), Konser 
vative und Zentrum je 2 (1905: K. 3, Z. 2), parteilos 1 (1905; 1). 
Die Bevölkerungszahl, welche am 1. Dezember 1890 139817 betragen hatte (1834: 38065, 
1871: 91623), erhob sich 2. Dezember 1895 auf 158321, stieg bis 1. Dezember 1900 auf 181463 
(mit dem am 1. Hpril 1901 eingemeindeten 6aisburg) und wurde am 1. Dezember 1904 zu 
198045 geschätzt. Entsprechend diesem Ansteigen wuchs auch die Zahl der Deubauten von 
117 Haupt- und 62 Debengebäuden im Jahr 1890 auf 305 und 50 im Jahre 1903. Seit 1892 
entstanden durch den rührigen Verein für das Wohl der arbeitenden Klaffen die neuen 
Stadtteile Oftheim und Südheim. Von den feit 1892 errichteten Bauwesen und Denkmälern, in 
welchen sich zugleich der beschleunigte 6ang der öffentlichen Angelegenheiten in Staat und Stadt, 
Kirche und Schule, sowie Wohlfahrtspflege kundgibt, feien erwähnt: 1892: evangelische friedens- 
kirche (von einem Verein); 1893: König Karls-Brüche; 1894: Karl Olga-Krankenhaus, Bürger 
hospital, Armenhaus und Armenbeschäftigungsanstalt, große Anlagen von familienwohnungen 
für Eisenbahnunterbeamte; 1895: Russische Gesandtschaftshirche, Königin Olgabau, Bergkaserne, 
neues Schützenhaus, Mutterhaus der Diahoniflenanftalt, Dordbahnhof und Verbindung feuer- 
bachtunnel-Weftbahnhof, Städtisches Elektrizitätswerk (elektrische Straßenbahn), König Karl- 
und Königin Olga-Denkmal in den Anlagen; 1896: Landesgewerbemuseum, Chemisches Cabora 
torium und elektrisches Institut der technischen Hochschule, Schwabftraßentunnel, Wilhelmsreal 
schule; 1897: katholische Dikolauskirche; 1898: evangelische Pauluskirche, Apollo- (jetzt Residenz-) 
Cheater; 1899: evangelische Gedächtniskirche (Stiftung eines 6emeindeglieds, Dr. v. Jobst), 
evangelische Lukaskirche, Kaiser Wilhelm-Denkmal, Pragschule, weitere Kunstschule, Gerokdenk- 
mal bei der Schloßkirche, paulinenbrunnen; 1900: Steuergebäude, Mürttembergische Sparkasse, 
Cebensverficherungsbanfc, Ingenieur-Laboratorium der technischen Hochschule in Berg, J. 6. fifcher- 
Denkmal, Dachtwächterbrunnen, Einrichtung des Armeemuseums im Alten Schloß, Brunnen am 
Kanonenweg: 1901: rückwärts liegender teil des neuen Rathauses, katholische Elisabethenkirche, 
Schwabschule, Deubau der Verkehrsanftalten an der friedrichftraße, Gebäude der Versicherungs 
anstalt Württemberg, Vereinshaus z uTTI Johann Brenz, Cutherstift, Haushaltungsschule des 
Schwäbischen frauenvereins, Volksbibliothek (Stiftung von K. Engelhorn), Anlage von Woh 
nungen für städtische ünterbeamte, 6änsebrunnen an der Leonhardskirche; 1902: evangelische 
Petruskirche in 6ablenberg, Hofkammergebäude, paulusbau am Marienhospital, Interim-Hof- 
theater (für das am 20. Januar 1902 abgebrannte), Sarkophage über der Gruft von König Karl, 
Königin Olga und Herzog Eugen in der Schloßkapelle; 1903: Königin Katharinastift (fortan 
städtisch, wie das Olgastift), Eberhard Ludwigs-Gymnasium, Haus des Christlichen Vereins junger 
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