Full text: Die östlichen schwäbischen Landesteile (1)

557 
5. Neubronn. 
Holzordnung.‘) 
1716. 
Ars ON 
Aus einer Hs. des 18. Jahrh., Fol., 11 Bl., im K. Haus- u. Staatsarchiv. 
Zum fünften demnach dieser fleck auch ein zimlich gemeind- 
holz hat, dessen man sich nicht allein im nothfall, sondern auch 
wann ein geäcker geräth nicht weniger zu getrösten, So ist hie- 
mit mein ernstlicher befehl und gebott, daß hinfüro keiner das 
wenigste nicht in solchem gemeinen, vielweniger in der obrigkeit oder 
‚0 seinen eigenen hölzern nichts hauen oder darinnen handlen sollen 
ohne sonderliches günstiges vorwissen und bewilligung bey höchster 
ungnad und unabläßiger straf von 5 fl. Es solle auch niemand 
sich unterstehen weder erkauftes herrschaftliches holz noch ge- 
meindholz hereinzuführen, ehe die klaftern abgemeßen worden 
5 bei straf 5 fl. Auch solle das schädliche streuabhauen gänzlich 
verbotten seyn bei straf 1 fl. 30 kr. Desgleichen soll man auch den 
gemeinen wie auch ein jeder seinen selbsteigenen harzen ohne der 
obrigkeit vorwissen und bewilligung keinem fremden noch aus- 
herrischen verkaufen, vieleweniger dieselbigen von ausherrischen 
20 nicht anrichten oder ansezen lassen, sondern dasselbige die unter- 
thanen doch mit vorwißen der obrigkeit oder ihrer befehlshaber 
untereinander selbst thun sollen. Welcher auch einen fruchtbaren 
baum, es seye ein wilder apfel- oder birnbaum oder einen eichen 
ohne der obrigkeit oder deren befehlshabern vorwißen und be- 
25 willigung umhauet, ausschnayet, anzündet, verbrennt oder sonsten 
mit abhackung der rinden verderbet, der solle unnachläßig, wann 
er auch schon dürr wäre, um 5 fl. gestraft werden. Wann auch 
zu zeiten wild obs oder eicheln geräth, solle es keiner ohne 
verwilligung und erlaubnis weder schüttlen, schlagen, aufklauben 
30 noch heimtragen; da es auch einer von dem andern sähe und 
nicht anzeigte, sondern unterschlagen hülfe, der soll mit gleicher 
straf gestraft werden. 
') Vgl. die Bemerkung zu Essingen 2, oben 8, 523/524.
	        

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