Full text: Die östlichen schwäbischen Landesteile (1)

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an Württemberg verkaufte, wollte dieses Gmünd nur noch die 
Frevelgerichtsbarkeit auf den Gütern der Gmünder Hintersassen 
gugestehen und beanspruchte die gesamte Gerichtsbarkeit auf 
den Gassen und der Allmende und die Dorfherrschaft. Im 
Vertrag von 1797 behauptete Cmünd wenigstens die hohe und 
niedere Cerichtsbarkeit auf den Gütern seiner Hintersassen, der 
Gemeinde wurde das Recht zwei Vierer aus den Gmündischen und 
zwei aus den Königsbronn- Württembergischen Untertanen, Sowie 
den Hirten und den Eschhayen zu wählen zuerkannt. 
() 
Viererordnung. 
1492. 1545. 
Aus einer Aufzeichnung auf Papier von einer Hand des 16. Jahrh., 4 Bl., 
3 Bl., Fol., im K. Haus- und Staatsarchiv. Auf der Rückseite des 4. Bl. steht: 
Gravamina eines erbaren rats der stat Gmünd Oberbebingen ca. den Wirtem- 
15 bergischen vogt zu Heubach. Darunter von anderer aber auch gleichzeitiger 
Hand: Abschrift des alten herkommens mit den vierleuten zu Oberbebingen auch 
wie es mit dem gmaindhalten soll gehalten und die frefler gestraft werden. 
Das Stück stammt aus dem altwürttembergischen Archiv. 
Zu wissen das die vierleut zu Oberbebingen hond geschworn 
90 auf Invocavit im 92.) jar und seind vierleut Hans Pfeiffer, Utz 
Mayr, Betz Hans und Jerg Ochsner und get ab Hans Pfeiffer und 
Utz Mayr auf Invocavit im 93. jar und wenn sie ab seind soll 
man welen zwen, den ain under meinem herrn von Königsbronn 
und den andern under meinem herrn von Gemünd, und im 94. jar 
25 gand ab die andere zwen auf Invocavit und wenn die abgangen 
seind soll man wellen under ainer ganzen gemaind und also für 
auch halten. 
' Und wann man ainer gemaind zusamenbeiet, auf welches 
guet dann geschicht und ainer ain frävel darauf verschuldt, die- 
30 selbig frävel soll werden aller herrschaft in ainer gemaind under 
meinem herrn von Königsbronn und denen von Gemünd und soll 
also für auch gehalten werden allweg. 
Item me hand sie gedingt den Lutzen Hansen zu ainem 
flurhayer auf Invocavit im 92. jar und gibt im ain hof 3 garb, 
35 ain huob 2 garb, ain lehen 1 garb und kain laib, und geit der 
hof ain laib oder 3 pfening dafür, ain huob ain laib oder 3 pfening 
5 — 1492, wie sich aus der Form und daraus ergibt, dass hiernach die 
Artikel aus dem Jahr 1545 angereiht sind, 
Wintterlin. Ländliche Rechtsquellen. 
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