Full text: Die östlichen schwäbischen Landesteile (1)

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gaißen anlangt, sollen dieselben in dem flecken, da es biß anhero 
keine gehabt, vermög der gemaindordnung hinfüro zu halten gentz- 
lich abgeschaft sein und bey straff 1 fl. niemands gaißen vil oder 
wenig annemmen *). 
1) € hat hier noch: 
Ferners ist geordnet, das fürohin wie bishero kein geseßner burger, so 
ein aigen hauß hat, mehr nit als 82 schoff wintern und*) in sommer allein 
10 ußschlagen, auch mehr nit als einem stall. Und welcher die gemelte anzall 
nit vermag, von anderm keine annemmen bey straff eins gulden; wurde einer 
mehr darüber halten, soll von jedem stuck 1 fl. zue straff unabläßlich geben; 
darob die verordnete pferchmeister halten und nit gestatten sollen, schadhafte 
anbrüchige schaff ohne warhafte guete kundschaft, woher sie kommen, im flecken 
oder under die schoff schlagen zu lassen, auch bey straff eines gulden inmassen 
ire der pferchmeister ordnung ferner ausweist. Item es ist auch unßer als der 
obrigkeit ernstlicher befelch, das diejhenigen inwohner, welche 2 küe halten, 
kain gaissen, die aber so nur ein kue eine und die so gar kein kue zu halten 
vermögen zwo geißen zu halten erloubt sein, dieselben under den gemeinen 
hierten schlagen und nicht damit wie auch den jungen kitzlin besonders fahren, 
die fruchten und anders verderben, bey unableßlicher straff, sovil einer darüber 
halten wurde jedes stucks 1 fl. 5 ß. Deßgleichen auch sollen alle diejenigen, so 
nit aigne waiden haben, mit ihrem vich [nicht] **) besonders fahren, sondern under 
den gemeinen hüerten schlagen, welche es aber nit thon und zwischen den fruchten 
oder den wißen, das sie jemands schaden thon, ergriffen werden, die sollen den- 
selben schaden abzulegen schuldig sein und von jedem haubt 1 fl. 5 ß zue straff 
geben. Welche fürohin ob dem gemainen bronnen grosse oder kleine weschen 
thon oder sonsten mit unsaubern küblen oder andern geschieren darein greifen, 
die sollen, so oft es geschicht, umb 2 ß unableßlich gestraft werden.***) Und 
damit ob dißen unßern jetzt verleßnen puncten und articuln desto steifer 
und ernstlicher gehalten werde, befehlen wür unßern vögten und ambtleüten 
allwegen am ersten tag des angehenden monats einen verhörstag uff unßerm 
gemeinen rathaus zue halten, were aber an demselben ein feiertag, den nechsten 
tag darnach fürzunemmen, jeden underthonen nit allein in seinem fürbringen 
anzueheren, sondern auch diejenigen ungehorsammen, so wider unßere gebott 
und verbott gehandlet, unableßlich zue straffen, 
Wie es mit den ausbeuen gehalten werden solle. 
Demnach die zeit hero unter etlichen unruewigen underthonen sich aller- 
hand spann und mißverstand wegen des bauens in hernachbeschribnen ußbeuen, 
so ine das darauf gefüerten dungs, umbehrens, ahbfretzens und darob fuerung 
*) Mit und schliesst in D 8. 49 der Polizeiordnung, mit in sommer be- 
ginnt 8. 66; auf den dazwischen eingelegten Blättern sind teils Nach dn (Von 
ausbäuen), teils nur Widerholungen, z. B. des Art. Von den herbstweiden, der 
auch am Schluss steht (s. Donzdorf), enthalten, Der Nachtrag von den Aus- 
bäuen folgt hier: 
**) D richtig nicht. 
***) D weist hier den Abschnitt Die herbstweiden betr. ein, der sich auf 
einigen lose eingelegaten aber im Band durchpaginierten Blättern findet.
	        

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