Volltext: Das Remstal, das Land am mittleren Neckar und die Schwäbische Alb (2)

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noch nit bei irn vollkommen jahrn weren ohne wissen und ver- 
günden der kind freundschaft auch Schultheiß und gericht zue 
Grunbach als der Oberhand; vor denselben sollen die eitern ir 
noth und anligen erzeelen waß sie zu sollichem versetzen oder 
verkaufen tringe und sover Schultheiß und gericht mit sambt der 5 
kind freundschaft solliches für ein redliche notturft erkennt und 
sie es darauf zulassen, so hat es dann kraft und sonst nit. 
Es sollen auch die eitern solliche verfangene ligende giieter 
die zeit lang in gueten wesenlichen gebewen und unabgengisch halten. 
Und ob sich der alten kind eins oder mehr in der zeit, die- 10 
weil sein vatter oder muetter dannocht in leben were, in gaist- 
lichen oder weltlichen stand verenderte, so sollen die elter die 
selben kind von den obgemelten verfangen güetern ußsteuren mit 
zimlichem heyratguet nach erkanntnus Schultheiß und gericht zue 
Grunbach denselben verfangen güetern gemeß und ob ein kind 15 
oder mehr hinder den eitern heyrate und sich nit wol anlegte, 
so soll solches mit dem aussteuren des heyratguets von schulthaiß 
und gericht auch angesehen und im destermünder zum heyratguet 
geben werden. 
Und so der alten kind vatter oder muetter, die in der andern 20 
ehe gewest, auch abstürbend, so ist den alten kinden der fall 
gefallen und mögen dann die alten kind die ligende güeter alle so 
bißher in der Verfangenschaft gewest weren annemen als ir eigent 
lich guet unverhindert deß andern beliben ehegemechts, damit sich 
der alten kind vatter oder muetter hett verheyrat gehabt; doch 25 
mit dem underschid was und wievil auf denselben güetern in der 
andern ehe were bezalt worden mit kuntschaft, daß sollen die 
kind, so solliche güeter hinwegnemen, widerlegen mit gelt oder 
mit güetern nach schulthaiß und gerichts erkennen. 
Ob sich das absterben der kind vatter oder muetter in der 30 
andern ehe begebe im jar vor Sanct Georgentag, so nemend die 
alten kind die ligende güeter alle mit sambt der nutzung, so auf 
den güetern stüenden und dasselb jar erwüchse und hat daß 
bliben ehegemecht an der nutzung nichts mehr zu warten, begebe 
sich aber das absterben nach Sanct Georgentag, so hat daß bliben 35 
ehegemecht die nutzung der güeter desselben jars, welche güeter 
dasselb pliben ehegemecht auch mueß vertreten mit allen beschwer- 
den bis auf Sanct Martinstag desselben jars eingeschlossen und 
die güeter darzue in gueten wesenlichen bewen und unabgengisch 
halten und soll das pliben ehegemecht die alten kind die zeyt 40
	        

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