Volltext : Württembergische Künstler in Lebensbildern

IJ. H. Dannecker 103

?arl verwehrte weder Dannecker noch Scheffauer, deſſen
!unst mit der des Freundes gleiche Richtung hielt, das
rortſchreiten auf dieser neuen Bahn. Wir wiſſen zwar nicht,
jie er über die aus Rom eingesandten Arbeiten urteilte,
iber nach der Rückkehr aus Italien – Scheffauer kam
| 789, Dannecker ein Jahr darauf ~ erhielt jeder der
iden jungen Männer eine Profesſur der Bildhauertunſt
 an der Karlssſchule.
Unſrem Dannecker fielen im Jahre 1790 noch zwei
andere Gnadengaben des Glückes zu, eine treffliche Gattin
und ein unſchätbarer Freund. Nicht unverdienterweise.
Er errang sie ſelbſt mit ſeinem männlich geraden Chaakter,
 ſeiner unverfälschten Frömmigkeit und dem darauf
beruhenden immer gleichen, heiteren Sinn, der ihm
einſt von Canova den Namen : U Beato, der Glückſelige,
eingetragen hatte.
Der auch durch viele körperliche Vorzüge ausge-;eichnete
 und mit der feinen Lebensart aller Karlsſchüler
auftretende junge Profeſſor gewann die Liebe einer hiesigen
Kaufmannstochter, Heinrike Rapp, der jüngeren Schwester
von Guſtav Schwabs Mutter, und führte sie als Hausfrau
 heim. Mit vollem Gefühl für den Wert ſeines
Herzens und hellem Verständnis für das Weſen seiner
Kunst, war dieſe Frau, obwohl kinderlos und in späterer
Zeit schwer leidend, dreiunddreißig Jahre lang neben
ſeiner Kunst das höchſte Glück seines Lebens.
Und % schöner hätte es ſich nicht treffen können ~
der Freund war ihr Bruder, Gottlob Heinrich Rapp,
der Inhaber des väterlichen Tuchgeſchäftes auf der
Königsstraße, auch in verſchiedenen Aemtern ein treuer
Diener des Hauſes Württemberg, zulett Mitdirektor der

 

 
            
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