|| 104 J. H. Dannecker
königlichen Hofbankt. Zum Maler geboren, aber wider
ſeinen Willen zum Kaufmann erzogen, blieb Rapp als
Landſchaftszeichner im stillen doch der Kunst getreu und |
erwarb sich reiche Kenntnisse in allem, was mit ihr zu-
ſammenhing. Mit dieſem geistvollen Manne kam Dannecker |
in ein zwiſchen Künstler und Kunstfreund ganz einziges, |
höchſt fruchtbares Verhältnis. Ein jüngerer Freund ]
von ihnen, Karl Grüneiſen, ſagt davon: !) „Jedes neue
Werk des Künstlers entstand unter der gemeinschaftlichen
Beratung und dem vertrauenden Austauſche der beiden
Freunde. Der größere Horizont von Rapps wiſſen-
ſchaftlichen Kenntniſſen und der geübtere künſtleriſche
Takt Danneckers kamen sich einander ergänzend entgegen,
um die ſchönen Ideen, die in der Seele des Meisters
erwacht oder die ihm durch einen Wink des Freundes
dargeboten waren, zur würdigsten Ausführung zu |
bringen." Dazu war Rapp als gewiegter Geschäfts- )
mann ein treuer Berater des Künstlers in der Ver- |
wertung seiner Werke und mit gewandter Feder im
Morgenblatt und Kunstblatt der unermüdliche Herold
ſeiner künstlerischen Thaten.
Mit ſeinen erſten Arbeiten in Stuttgart hatte der
junge Meister nicht eben viel Glück. Eine artige Relief-
ſlizze für das Hyperthyron des herzoglichen Geheimen
Kabinettes wurde nicht zur Ausführung in Marmor
befohlen. Sie stellt Alexander den Großen dar, wie
er ſeinem Freunde Parmenio, der z1ach einem vom
Könige gelesenen Briefe hinüberſchieltl, den Siegelring
auf den Mund drückt. Auch für eine Privatarbeit, ein
1) S. den Nekrol. im Kunſtbl. Ig. 1842 S. 3.