A. H. Dannecker 107
1, das aber nicht zur Ausführung kam, einen Paris
ilden, wie er ſeine Waffen glättet und beſchämt
inen Bruder horcht. Das stark ausgeprägte Pathos
r großartigen Gestalt findet ſeine Berechtigung an
Kraft und Wahrheit; es stammt nicht aus fran-
<en Tragödien , ſondern aus einer Naturquelle
1 Gefühles, aus Homer, und aus dem Widerhall
er wie Waffenklang ſchallenden Verse in des Künstlers
er Bruſt. Dannecker war, wie die beſten Männer
eres Landes in jener Zeit, ein deutſchtreuer Patriot.
Sein Hektor hatte eine klare Beziehung zu der Gefahr,
che das Vaterland damals am Rheine bedrohte. Der
riſter hat diese Gesinnung auch später bewährt. Nie
während der ganzen Zeit der erzwungenen Bundesgenoſsen-
ft ſeines Landesherrn mit Napoleon wurde in ſeinem
Atelier eine Hand gerührt, um des Korſen Person oder
Siege zu verherrlichen. Aber ſchon im November 1813
ließ er durch den Fürsten Metternich, als Kurator der
Akademie der bildenden Künste in Wien, den verbün-
deten Monarchen eine Zeichnung mit dem Entwurfe einer
Siegesſäule aus Granit und Erz für das Schlachtfeld
von Leipzig vorlegen.!)
Das Denkmal hätte, wenn es zu ſtande getommen
wäre, ſeine Ausführung in der Höhezeit von Danneckers
Kunst gefunden. Sie fällt in das Ende des vorigen
Jahrhunderts und in die ersten zwei Jahrzehnte des
unſrigen. Die Einleitung zu dieſer Periode bildete der
Beſuch Goethes in Stuttgart im Spätsommer 1797.
1) S. den Aufſag von Rapp im Morgenbl. Ig. 1814
S. 665 ff. mit einer Abbildung.