zemerkungen zu meiner Theorie des farbigen Lichtes. 107
aber liesse sich wohl eine höchst einfache Erklärung hierfür
geben. Man braucht nämlich nur anzunehmen, dass der eine
von ihnen der Centralstern, der andere sein Begleiter ist, und
dass letzterer um diese Zeit durch sein Perihelium ging, und
somit kurz nacheinander bei sehr grosser Geschwindigkeit die
Richtung seiner Bewegung in die entgegengesetzte umsetzte.
In der That ist es höchst merkwürdig, dass gerade um diese
Zeit ein Durchgang beider Sterne stattfand, ganz so wie es
bei der nothwendig anzunehmenden nahezu gegen uns gerichteten
grossen Axe der Revolutionsellipse sein musste. Auch
ersieht. man aus den bereits berechneten Elementen seiner
Bahn, dass diese noch eine grössere Excentricität hat, wie
selbst der Kncke’sche Comet.
8) Unser Sonnensystem bewegt sich bekanntlich nach
Herschel’s und Argelander” s sorgfältigen. Untersuchungen [34]
gegen einen Punkt im Sternbilde des Herkules hin, und somit
aus der südlichen in die nördliche Hemisphäre. Mag die Geschwindigkeit
dieser Bewegung immerhin nur eine mässig grosse
sein, so muss sie doch zur Folge haben, dass Sterne geringerer
Grösse (und diese sind der Anzahl nach die bei weitem meisten),
die bei ruhendem Sonnensysteme noch recht gut sichtbar gewesen
wären, bei einer von ihnen ab gerichteten Bewegung
gar nicht mehr wahrgenommen werden, während dagegen
andere in den gerade entgegengesetzten Gegenden zur Sichtbarkeit
gelangen, die ihrer grossen Lichtschwäche wegen für
sich keinen Anspruch darauf mehr machen konnten. Zwar
treten im ersteren Falle an die Stelle der unsichtbar gewordenen
geringeren Intensitätsclassen (z. B. an jene der zwölften)
die nächst höheren (z. B. jene der elften u. s. w.), und im
zweiten Falle verhält es sich gerade umgekehrt, — aber eben,
weil die verschiedenen Classen nicht gleichviele Sterne in sich
begreifen, sondern die niedrigeren unverhältnissmässig mehr
als die höheren Classen, so muss die erwähnte Wirkung gleichwohl
in besagter Weise zu Stande kommen. Die südliche
Himmelshälfte müsste also dieser Betrachtungsweise zufolge
eine ungleich geringere Zahl von Sternen schwacher Intensitätsgrade
aufzuweisen ‘haben, als die nördliche. — In der That
soll der südliche Himmel ungemein arm an Sternen minderer
Grössen sein, was ihm auch ein ganz eigenthümliches Aussehen
verleihen soll. Insbesondere scheint die Gegend um den Fluss
Eridanus auffallend arm an Sternen von genannter Intensität
zu sein. Es wäre gewiss interessant eine beiläufige Abschätzung