Full text: Abhandlungen

Einfluss der Bewegung des Fortpflanzungsmittels etc. 135 
1. Anwendung. Wenn man die Oberfläche eines fliessenden 
Wassers mit einer Spitze (gleichviel von oben oder von unten) 
berührt, oder bei ruhendem Wasser mit einer solchen Spitze 
der Länge nach hinfährt, so bildet sich alsogleich ein System 
von stehenden [305] Wasserwellen, die mit jenen in. Fig. 11 
dargestellten vollkommen übereinstimmen. Diese Erscheinung, 
wiewohl fast Jedermann bekannt, wurde gleichwohl erst von 
Poncelet (8. Annales de Chimie et de Physique, Tome 46, p.; 5) 
zur Sprache gebracht, und von Fechner (S. dessen Repertorium 
der Experimentalphysik, Bd. I. pag. 102) dem deutschen 
Publieam mit dem Wunsche bekannt gegeben, dass für diese 
merkwürdige Erscheinung eine mathematische Erklärung gesucht 
werden möge. Auch spricht der Verfasser die Absicht aus, 
sich künftig mit diesem interessanten Gegenstande beschäftigen 
zu wollen. Ob dies bis jetzt geschehen, weiss ich mit Be- 
stimmtheit nicht zu sagen. — Es bleibt nun dem sachkundigen 
Leser überlassen, zu entscheiden, ob ich so glücklich war, 
durch die Betrachtungen des $ 6 eine solche mathematische 
Erklärung dieser Erscheinung zu bieten. 37) 
2. Anwendung. Bekanntlich ist der Einfluss der Luft- 
strömungen auf die Fortpflanzungs-Geschwindigkeit des Schalls 
und auf dessen Intensität lange Zeit hindurch ein Gegenstand 
der eifrigsten Untersuchungen und vielfach angestellter Ver- 
suche gewesen, und man wird eingestehen, dass man selbst 
heut zu Tage rücksichtlich beider Punkte nicht einmal in dem 
einfachsten Falle, wenn nämlich der Beobachter selbst sich in 
der Windrichtung befindet, völlig ins. Reine gekommen sei, 
geschweige denn erst, dass man auch jene Fälle in Berück- 
sichtigung gezogen hätte, wo der Beobachter sich seitwärts 
von jener Windrichtung befindet. Diese Lücke glaube ich 
nun durch die Betrachtungen des $ 2 und $ 3 und durch Auf- 
stellung der Formeln (1), (2), (3), (4) — (8) ausgefüllt zu haben, 
wobei überdies auf die hier sich unfehlbar einstellende aku- 
stische Aberration und einige andere Umstände eingegangen wurde. 
3. Anwendung. Es ist schon im Eingange dieser Ab- 
handlung erwähnt worden, dass es für höchst wahrscheinlich, 
wo nicht für gewiss anzunehmen sei, dass sich im: Weltraume 
Aetherströmungen der mannigfaltigsten Art vorfinden müssen, 
daher auch zu erwarten steht, dass man in der Folgezeit bei 
noch sorgsamerer Durchforschung der Himmelsräume auf solche 
Erscheinungen stossen wird. Aber auch abgesehen von diesen 
Strömungen des Aethers, bedingt ja schon jede gleichzeitige 
  
  
  
 
	        

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