Full text: Abhandlungen

  
10 Christian Doppler. 
Erhöhung oder auch Erniedrigung von einem Viertelton zu 
bewirken. Berücksichtigt man nun, dass die Annäherung oder 
das Entfernen ein wechselseitiges sein kann, so ist der Fall 
gar nicht undenkbar, wo bei einer beiderseitigen [472] Ge- 
schwindigkeit von nur wenigen, höchstens 8 Fuss in der Sekunde, 
für einen aufmerksamen  Beob: ıchter bereits kleine Tonver- 
änderungen wahrnehmbar werden können. — Doch, ich will 
nun meinem vorgesteckten Ziele näher rücken, indem ich sofort 
die oben aufgestellten Formeln auf die Erscheinungen des 
Lichtes anwende. 
Setzt man die Geschwindigkeit des Lichtes a == 42000 Meilen 
in der Sekunde, und fragt man, mit welcher Geschwindigkeit 
ein im weissen oder violetten Lichte leuchtendes Object sich 
von einem Beobachter entfernen müsse, damit es für ihn völlig 
unsichtbar werde, so hat man für Zi 727 Billionen und für 
L=458 Billionen zu setzen), und man findet für x aus Formel 
(2) die Geschwindigkeit von 19000 Meilen in der Sekunde. 
Bei einer solchen Geschwindigkeit des leuchtenden Gegenstandes 
würden daher, falls er sich von uns entfernte, die äussersten 
violetten und um so mehr alle übrigen farbigen Strahlen, folglich 
auch das aus ihnen zusammengesetzte weisse Licht, wäre es selbst 
noch so intensiv, für jede Beobachtung völlig verlöschen. Rück- 
sichtlich der übrigen Farben reicht übrigens schon eine bedeutend 
geringere Geschwindigkeit zum völligen Verlöschen derselben 
Yin. Die Formel (2) giebt nämlich für gelbes Licht die Ge- 
schwindigkeit von 5007 Meilen in der Sekunde, für rothes gar 
nur 1700 Meilen *). Bei den hier namhaft gemz schien Geschwindig- 
keiten würde, da immer je eine oder gar zwei der prismatischen 
Hauptfarben, sei es nun aus dem untern (beim Entfernen) oder 
aus dem obern Ende (beim Annähern) des Speetr ums ganz austritt, 
das zurückbleibende fi: arbige Licht stets ein vollkommen homögenes 
sein, ein Umstand, der hier sehr wohl zu beachten ist. 
Ganz anders dagege n stellt sich der Calcül, sobald wir von 
der Voraussetzung ausgehen, dass das beobz ‚chtete farbige Licht, 
weit entfernt, ein homogenes zu sein, vielmehr ein mit vielem 
Weiss gemischtes ist, welcher Fall eben bei den vorliegenden 
Betrachtungen eintritt. Herschel d.J. spricht es selbst aus, 
dass alles mit besonders lebhaftem Glanze und grossem soge-
	        

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