Full text: Abhandlungen

    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
138 Christian Doppler. 
Geschwindigkeit entsprechend, nämlich ein ganz und gar un 
zweifelhafter und mit meiner Theorie vollkommen überein- 
stimmender. VUeberall und stets wurde der kommende Ton 
bedeutend höher, der gehende bedeutend niedriger vernommen, 
als der bei stillstehender Tonquelle oder stationärem Beob- 
achter. Zugleich macht Herr Scott Russel auf den auffallen- 
den und leicht zu beobachtenden Tonunterschied aufmerksam 
wo ein Beobachter den direeten und den von einer Wand, 
etwa der Facade eines Tunnels reflectirten Ton zugleich ver- 
nimmt. M. Scott Russel hat diese seine gemachten Beobach- 
tungen, welche sich auf Töne von sehr verschiedenen Höhen 
bezogen zu haben scheinen, ohne meiner darauf bezüglichen 
Leistungen auch nur im Vorbeigehen zu erwähnen, der British 
Association mitgetheilt und eine Erklärung beigefügt, welche 
fast wörtlich meiner Abhandlung entnommen ist *). 
Der Verfasser des Röpertoire d’optique nennt dies »une 
triste iqnorance ow une injustice impardonnable«. Ich meines 
[272] Theils erlaube mir bloss in Erinnerung zu bringen, dass 
meine, diesen Gegenstand betreffende Abhandlung bereits schon 
im Jahre 1842 im Druck erschien, dass das in derselben auf- 
gestellte akustische Theorem, wie bekannt, bereits schon vor 
mehr als 5 Jahren durch Dr. Ballot’s dankenswerthe Versuche 
constatirt, und dass seit eben dieser Zeit meine Theorie ein 
Gegenstand vielseitiger Diseussionen in Zeitschriften geworden 
ist, und zwar nicht bloss in Deutschland und Italien, sondern 
auch in Belgien und Frankreich, Dies zur Wahrung meiner 
Prioritätsrechte ! 
Eine weitere Bestätigung auf anderem, und zwar rein ex- 
perimentellem Wege ist meiner "Theorie in neuester Zeit in 
Frankreich durch den ebenso ausgezeichneten Physiker wie 
glücklichen Experimentator Herrn Hippolite Fixeau in Paris zu 
Theil geworden.) Herr Fxeaw hat gleichsam durch Umkehrung 
des Princips, auf welchem Savart’s gezahntes Rädchen beruht, 
einen Apparat construirt, mittels welchem er Resultate ge- 
wonnen haben soll, welche meine Theorie vollkommen bestätigen. 
In akustischer Beziehung dürfte nunmehr meine Theorie wohl 
so ziemlich als ausser Zweifel gestellt anzusehen sein, nicht 
  
*) Auch Herr Ch. Montigny in Namur befindet sich in demselben 
Falle. Auf Veranlassung der Versuche des Herrn Russel hat er ähn- 
liche, mit gleichem Erfolge wie dieser, angestellt, ohne indess dabei 
der Herren Buys Ballot und Doppler im Geringsten zu erwähnen. Man 
sehe Bullet, de ’acad. de Bruxelles 1848, Pt. II, p.378. (Poggendorff.) 
    
  
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.