Volltext : Stuttgarter Uni-Kurier (6/10, 1982)

Hilfe für Diabetiker
von den Biomedizinern
Mikroprozessoren steuern Reglersvstem

zeit gut acht Jahren befaßt sich
jas Institut für Biomedizinische
’echnik der Universität Stuttgart
nit dem Gebiet des Organersat-‚es
 für Diabetiker. Ein mikropro-'‚essorgesteuertes
 Regelsystem
ınd Steuereinheit für Diabetiker
yjehört daher mit zu den Exponaen,
 die das Institut auf der Han-10
 ver-Messe 1982 präsentiert.

ınd die Stromversorgung unterjebracht


Hohe Genauigkeit
Veiterhin stellen die Stuttgarter
}jjomediziner ein neues Verfahren
ir das Mischen und Temperieren
ıit Ultraschall in der Medizin- und
abortechnik vor. Das Verfahren
ıjetet besondere Vorteile bei kleiıen
 Probe- und Reagenzvolumen,
vie sie im biologischen und medinischen
 Labor häufig vorkomnen.
 Für kleinere Ansätze sind
ı1erkömmliche Rührgeräte wenig
Jeeignet, da dort unter anderem
eicht Verunreinigungen vor-<ommen
 können. Hier wird ein
Misch- und Temperiergerät vor-Jestellt,
 bei dem durch berühungslose
 Einkoppelung von Ulraschall
 Reaktionsansätze in Seunden
 gemischt und auf wenige
‚undertstel Grad genau tempeert
 werden können. Das Verfahan,
 das zum Patent angemeldet
'urde und bereits industriell anewandt
 wird, ist für den manuelan
 Einsatz ebenso geeignet wie
ir Anwendungen in Analyse-Auomaten.


die besondere Schwierigkeit bei
ler Entwicklung solcher Systeme
ıls Hilfe für Diabetiker besteht
larin, daß die Insulindosierung
wußerordentlich stark von der
jersönlichen Konstitution des Pajenten
 und auch von seinen EßBjewohnheiten
 abhängig ist

Ständige Anpassung
die Stuttgarter Biomediziner verj‚uchten
 daher bereits sehr früh-’eitig,
 eine flexible Regel- und
steuereinheit mit Hilfe der Mikro-)rozessortechnik
 zu entwickeln,
jessen Programme selbst nach
ırfolgter Implantation eine An-)assung
 an physiologische Verinderungen
 des Diabetespatienen
 mittels der Telekommunikaion
 ermöglichen. Die moderne
"echnik ist inzwischen soweit
ortgeschritten, daß selbst ein so
(‚omplexes Reglersystem für die
nsulindosierung in einem Herzichrittmachergehäuse
 unterge-)racht
 werden kann, dabei ist die
zechenkapazität vergleichbar mit
nem Heimcomputer. Neben dem
ieglersystem sind zudem in diejem
 Gehäuse die Fernsteuerung

Herzfunktionsanalyse
jei der intensiven Überwachung
erzkranker Patienten ist für den
‚rzt eine permanente Erfassung
nd Übertragung der Meßwerte
es Patienten unerläßlich. Eine
rhebliche Verbesserung gegenber
 bisherigen, oft recht um-:ändlichen
 Verfahren stellt der
erzfunktions-Analysator dar, der
utomatisch und kontinuierlich
arschiedene Größen aus dem
ıpedanz- und dem Elektrokarjogramm
 berechnet und ausgibt.
azu gehören zum Beispiel das
chlagvolumen bzw. dessen relave
 Änderungen, das Herzminuanvolumen
 und dessen relative
ınderungen, die Anspannungsind
 Austreibungszeit und der thoakale
 Grundwiderstand.
1 BB

Die Ausgaben für Forschung
sind in der BRD Weltspitze
Regierung leate „Faktenbericht 81“ vor

Mit einem Anteil von 2,7 Prozent
ım Bruttosozialprodukt haben
lie Aufwendungen von Staat und
Nirtschaft in der Bundesrepublik
ür Forschung und Entwicklung
1981 eine Spitzenposition in der
Nelt noch vor den USA und Ja-)an
 erreicht. Darauf verwies
3Zundesforschungsminister Dr.
\ndreas von Bülow (SPD), der
lem Bundeskabinett in Bonn den
‚Faktenharicht ’81‘“ vorleate.

‚ufwendungen im gleichen Zeitaum
 von 37,1 Milliarden um fast
0 Prozent auf 55,2 Milliarden
lark. Von Bülow hob vor allem
je gestiegenen Forschungsmit-»
 der Wirtschaft hervor. 1975
ätten Wirtschaft und Staat je-'‚eils
 die Hälfte der gesamten
usgaben für Forschung und
‚.ntwicklung finanziert. 1981 sei
er Anteil der Wirtschaft bereits
uf 54 Prozent gestiegen. Inzwichen
 würden auch zwei Drittel alar
 Forschungsaufgaben in Einchtungen
 der Wirtschaft erleigt.
 Der Forschungsminister beeichnete
 diese Entwicklung als
'ichtige Voraussetzung für die
eistungsfähigkeit der Forschung
nd die internationale Konkuranzfähigkeit
 der Wirtschaft in der
jundesrepublik. Der jetzt eraichte
 wissenschaftlich-techniche
 Spitzenplatz müsse gehalten
nd noch ausgebaut werden. Die
unehmende Forschungstätigkeit
ı der Wirtschaft führte Bülow mit
uf die Anreizwirkung staatlicher
Irschungsprogramme zurück,
eg nicht zuletzt auch kleinen und
ittlleren Unternehmen zugute
3mean

Dieser Bericht gibt Auskunft über
lie Forschungsförderung in der
3Zundesrepublik und nennt die
Schwerpunkte von der Grundlajenforschung
 bis hin zu den vorangig
 unterstützten Bereichen
inergie- und Rohstoffsicherung
sowie Bietechnoloaie.

Die von Bund, Ländern und Wirt-‘chaft
 aufgebrachten For-'cChungsfördermittel
 stiegen dem
3ericht zufolge von 27 Milliarden
Aark im Jahr 1975 auf 41,5 Miljarden
 Mark 1981. Einschließlich
ter Aufwendungen für die Hoch-Chullehre
 und den Bereich der
Iniversitätskliniken klettarten die

Stuttgarter Uni-Kurier

:in akustischer Alarm warnt den Sportler vor Überbelastung. Das Telemetriesytem
 überträat unter anderem das EKG des Sportlers.

Ein Forschungspreis für
technische Kommunikation
SEL.-Stiftung setzt 25000 Mark aus

zum dritten Mal ist in diesem
lahr der „Forschungspreis
"echnische Kommunikation“ der
)EL-Stiftung ausgeschrieben
‚orden. Er ist mit 25000 Mark doı'ert
 und soll jährlich die herausagende
 Forschungsarbeit zur
'echnischen Kommunikation
vürdigen, die in einer außerinlustriellen
 Forschungseinrichung
 erbracht wurde. Wie in den
'orangegangenen Jahren ist
ıuch diesmal wieder der
ichwerpunkt das „Zusammenvirken
 von Mensch und Technik
n Kommunikationsssystemen‘“.
\ußerer Anlaß für die Gründung
ler „SEL-Stiftung für technische
ınd wirtschaftliche Kommunikajonsforschung‘‘
 war das 100jähige
 Bestehen des nachrichtenechnischen
 Unternehmens im
ahre 1979. Neben der Vergabe
jes Forschungspreises gehören
‚u den Leistungen der Stiftung
’romotionsstipendien für Doktoanden
 der Wirtschaftswissen-:chaften
 und die Förderung von
\tudienaufenthalten in Entwickingsländern
 für Graduierte techischer
 und wirtschaftlicher Disiplinen


res Beispiel nennt Zeidier die Viijeotürme,
 zu deren Bedienung
nan ständig die Gebrauchsanleiung
 bei der Hand haben müsse,
ım mit den vielen Knöpfen zuecht
 zu kommen. Diese Entwick-1ng
 finde man auch in den Leittänden
 von z.B. Lokomotiven
ınd Kraftwerken. So habe man
on Dr. Geiser, SEL-Preisträger
980, über die Unglücksursachen
m amerikanischen Atomkraftverk
 Harrisburg u.a. gehört, daß
ine Warnlampe des unübersichtchen
 Leitstandes durch ein
;child „Außer Betrieb‘ verdeckt
jewesen sei

„Kein Nobelpreis‘
)ies sind jedoch keine reinen
'echnikerfragen. Daher kam es
icht von ungefähr, daß im ver-‚angenen
 Jahr ein Germanist mit
lem Forschungspreis ausge-'eichnet
 wurde, der über die Entvicklung
 „normalerer‘ Sprachen
'u einem natürlicheren und men-'cChengerechteren
 Umgang mit
‚omputern beigetragen hatte.
Mit diesem Forschungspreis soll
licht das ‚Lebenswerk‘ prämiiert,
sondern der zukunftsweisende
\nsatz gefördert werden‘‘, betont
’eidler, ein Aspekt, der auch bei
len weiteren Aktivitäten der Stifung
 auffällt

/erhältnis Mensch —- Maschine
ls „inneren Grund‘‘ für die Auschreibung
 des Preises bezeich-‚et
 Dr. Gerhard Zeidler, Vorsitender
 des Kuratoriums und Vortandsmitglied
 von SEL, ‚‚das vielach
 offenkundige Nichtbeachten
er Beziehungen von Mensch zu
Aaschine‘‘. „Angesichts der gevaltigen
 innovativen Schübe, die
ı sehr kurzen zeitlichen Abstänlen
 in viele verschiedene Richungen
 gehen können, rückt die
rage einer menschengerechten
achnik immer mehr in den Mitalpunkt
 des Interesses‘, konsta-'ert
 Zeidler. Menschengerechtere
'echnik bedeute dabei keines-/egs
 etwa schickes ‚„Design‘‘',
ondern vor allem, daß die Techik
 überschaubar bleiben soll,
em Benutzer nicht Last, sondern
‘He bedeuten müsse Als neanati-Promotionsstipendien


\uf Vorschlag des betreuenden
lochschullehrers werden Promoonsstipendien
 für Doktoranden
ler Wirtschaftswissenschaften
ergeben, die eine Thematik aus
'em Bereich der Kommunikation
‚ehandeln. Ferner fördert die Stifung
 sechsmonatige Studienaufnthalte
 — vorwiegend — von Graluierten,
 die sich mit Problemen
on Bedarf, Kosten, Nutzen und
\npassung der Technischen
‚Oommunikation in Entwicklungsändern
 befassen.
Bürokratie unerwünscht
formationen und Vergabebenaunagen
 für alle angespraoche-Seite

 7

Kurz und knapp;
Ihr 100jähriges Bestehen wird die
Gesellschaft für Erd- und Völkerxunde
 zu Stuttgart e.V am 25. April
1982 mit einem Festakt im Tiefhörsaal
 des K Il unter der Schirmherrschaft
 von Ministerpräsident
Lothar Späth und Oberbürgermeister
 Manfred Rommel feiern.
Zwischen der Gesellschaft und
dem Geographischen Institut der
Universität Stuttgart besteht seit
Jahrzehnten ein enger Kontakt.
Derzeitiger Vorsitzender ist Prof.
Dr. W. Meckelein. Für die Feldforschungen
 in der Sahara, die einen
Schwerpunkt in der Arbeit des
Geographischen Instituts bilden,
hat die Gesellschaft bereits mehrfach
 eine finanzielle Unterstützung
 gewährt. Eine Ausstellung in
der Landesgirokasse Stuttgart im
April 1982 wird eine Übersicht
‘ber die Geschichte von Geograhie
 und Völkerkunde in Stuttgart
Jeben und die von der Gesellschaft
 geförderten Expeditionen
u. a. nach Nordafrika und Vorderasien
 vorstellen

„Machen Sie sich ein Bild vom
Stuttgarter Westen‘ lautet das
Motto eines Fotowettbewerbs, der
auf Initiative des Bezirksbeirats
Stuttgart-West von der Stadt geneinsam
 mit einigen Mitveranstaltern
 durchgeführt wird. Der
Motivsuche sind dabei praktisch
c<eine Grenzen gesetzt. Die 56
schönsten Fotos werden mit
3eldpreisen in einer Gesamthöhe
‚on 10000 Mark prämiert. Die
>reisverleihung und eine Ausstelung
 der besten Fotos findet statt
Jei der Bürgerversammlung am
25. Juni 1982 durch Oberbürgerneister
 Manfred Rommel in der
Stuttgarter Liederhalle. Alle Einjendungen
 sind an folgende
\dresse zu schicken: Landesıauptstadt
 Stuttgart, Postfach
161, Kennwort Fotowettbewerb
Stuttgart-West, 7000 Stuttgart 1.
:insendeschluß ist der 15. Mai
9aR2

der Bundesminister für Bildung
ınd Wissenschaft stiftet im Rahnen
 seiner Förderung des wisjenschaftlichen
 Nachwuchses
jen Heinz-Maier-Leibnitz-Preis
‘ür wissenschaftlich hervorrajende
 Originalveröffentlichun-Jen.
 In Zusammenarbeit mit der
Deutschen Forschungsgemeinschaft
 sind für das Jahr 1982 die
äebiete Astronomie / Astrophyjik,
 Elektrochemische Energie-;peicherung
 einschließlich Prinärzellen
 und Empirische Sozial-"orschung
 ausgewählt worden.
Als Summe können bis zu 10000,—
)M pro Preisträger vergeben
verden. Insgesamt stehen bis zu
00000 Mark zur Verfügung. Vorichlagsberechtigt
 sind Hochichullehrer
 und Wissenschaftler
7 entsprechender Stellung an Intitutionen
 außerhalb der Hochschulen.
 Ein Autor kann sich nicht
selbst bewerben. Vorschläge mit
Sonderdrucken oder lesbaren
<opien (möglichst sechsfach), eiıer
 knappen Begründung des
/orschlages sowie ggf. ergän-'enden
 Angaben zum wissenschaftlichen
 Werdegang (kurzer
„‚ebenslauf, evtl. Publikationsver-'eichnis)
 werden bis spätestens
‚August 1982 an den Bundesmiıster
 für Bildung und Wissenschaft,
 Heinemannstraße 2, 5300
30onn 2. erheten.

1en Bereiche sind erhältlich beim
Stifterverband für die Deutsche
Nissenschaft, Postfach 230360,
4300 Essen 1, der die Stiftungsnittel
 verwaltet. Auch bei einer di-'ekten
 Bewerbung um ein Stipenlium
 genügt ein „ortsüblicher‘‘
\ntrag, denn — so Zeidler — „Büro-”atie
 ist unerwünscht‘ L.B
            
Waiting...

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