Volltext: Abhandlungen

Ueber ein allgemeines Prineip der Undulationslehre etc. 153 
und zustimmend aufgenommen worden war, die Auszeichnung 
zu Theil wurde, in Holland, England und Frankreich durch 
directe Versuche auf Eisenbahnen die vollständigste Bestätigung 
zu erfahren. Aüch bildet es bereits, was gleichfalls für eine 
ziemlich verbreitete Anerkennung spricht, einen stehenden Lehr- 
satz in mehreren der neusten physikalischen Lehrbücher. — 
Bei einer solchen Sachlage hätte ich fürwahr nimmer geglaubt, 
deshalb und zwar hierorts erst noch eine Lanze einlegen zu 
müssen! — 
[591] Zur Meinungsäusserung nun schon einmal aufgefordert, 
kann ich von dem nunmehr gewonnenen Standpunkte aus nicht 
umhin, wenigstens auf Einiges im Vortrage des Herrn Verfassers 
hinzudeuten, was, ich gestehe es offen, mir theils ganz und gar 
unrichtig, theils ungerechtfertigt zu sein scheint. 
Der Herr Verfasser führt es z. B. Seite 143 als eine, aus 
den von ihm aufgestellten vier Differentialgleichungen gezogene, 
gleichsam unfehlbare Schlussfolgerung an, dass ein mit einer 
Tonquelle versehenes schwingendes Pendel genau denselben Ton 
erzeugen müsse, als wie wenn es ruhte. Ein solcher Erfolg 
aber wird, man vergebe mir die Bestimmtheit des Ausdruckes, 
nun und nimmermehr eintreffen. Vielmehr wird ein solches 
schwingendes Pendel bei jedem Annähern eine Tonerhöhung, 
bei jedem Zurückgehen eine "Tonerniedrigung veranlassen. 
Man braucht zur Schlichtung dieser unserer differirenden An- 
sichten gar nicht einmal erst einen neuen Versuch anzustellen, 
man hat ihn schon, und zwar im grossartigsten Masstabe an- 
gestellt, nämlich auf der Eisenbahn zwischen Utrecht und Maarsen. 
Das Pendel des Herrn Verfassers war dort die mit einer Ton- 
quelle versehene Locomotive, — die hin- und hergehenden 
Schwingungen des Pendels aber wurden recht gut, und ganz 
eigentlich, durch das Ankommen und Zurückfahren der Lo0co- 
motive repräsentirt. Sämmtliche aufgestellte Musiker nun und 
die übrigen anwesenden Personen sagten einstimmig aus, dass 
der kommende Ton stets höher, der gehende stets tiefer ver- 
nommen wurde, als der stehende. — 
Ebenso und aus ganz denselben Gründen muss ich die Rich- 
tigkeit der Seite 142, Zeile 23 aufgestellten Behauptung gänz- 
lich in Abrede stellen u. 8S. w. 
Da nun selbst ein Aristoteles die Erfahrung respectirt, so 
fragt es sich, liegt der Grund der nachgewiesenen Nichtberech- 
tigung zu diesen mit der Beobachtung im directen Widerspruche 
stehenden Behauptungen in den von dem Herrn Verfasser auf- 
  
  
  
  
  
  
 
	        

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