Full text: Abhandlungen

    
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
160 Christian Doppler. 
  
ganz und gar zu vernichten im Stande ist? — oder aber: 
Haben die auf Kosten der königlich-holländischen Regierung 
von Dr. Ballot unter der eifrigen Mitwirkung zahlreicher Fach- 
männer und Musiker auf der Eisenbahn zwischen Utrecht und 
Maarsen angestellten, — oder jene auf englischen Eisenbahnen 
von Scott Russel bei ungemein schnellen Fahrten gemachten 
vollkommen entscheidenden. Versuche; — oder endlich die des 
genialen und glücklichen Experimentators, Herrn Fixeau, zu 
Paris unternommenen Experimente, — gar nicht einmal zu 
reden von den zahlreichen, durch Seebeck, Helmholtz, Cugnoni, 
Montigny, Gross, [221] Sestini u. 8. w. bekannt gemachten Er- 
fahrungen und Beobachtungen, haben alle diese zahlreichen 
Daten, sage ich, in den Augen des Herrn Gegners einen so 
Ill maasslos geringen Werth, dass er sie nicht einmal einer Er- 
wähnung würdig erachtet? — Erfahrungen und Versuchsdaten 
kann man zwar durch ein Raisonnement niemals gänzlich um- 
stossen und niemals völlig entkräften; man kann sie aber, je 
  
  
  
  
  
nach dem Gewichte der vorgebrachten Gründe kritisch be- 
leuchten und auf das Maass ihres wahren Werthes zurück- 
| führen. — Hätte der Herr Gegner wenigstens doch dies gethan: | 
IM so sähe sich die Debatte doch auf einen Standpunkt gestellt, 
| von dem aus ein weiteres Vorgehen möglich wäre. — Allein 
der Herr Gegner thut dies nicht; er bleibt ganz einfach bei 
| der Erklärung: weil diese Erscheinung nicht aus meinen 
| Gleichungen folgt, so ist sie auch nicht vorhanden! — Einem | 
| solchen, in der Luft schwebenden Negiren aller Erfahrung | 
| kann man einfach nur wieder ein »non admittitur« entgegen 
stellen, und jegliche weitere Debatte findet begreiflicher Weise 
hier ihr Ende! 
85. 
Aus welchem Grunde kann man nun aber dem Herrn 
Gegner die Berechtigung zu einer solchen Schlussweise nicht 
zugestehen, und was mag wohl überhaupt die wahrscheinliche 
Ursache des Irrthums sein, in welchen derselbe unversehens 
gerathen ist? — Meinem aufrichtigen Dafürhalten nach ist | 
sie einfach darin zu suchen, dass der Herr Gegner aus 
Gleichungen etwas folgern will, was er selber gar nicht 
hineingelegt hatte, auch gar nicht hineinlegen konnte und 
nicht hineinlegen durfte, —. nämlich die, dem mechanischen 
I inneren Vorgange ganz fremdartigen, äusseren phoronomischen 
Beziehungen! -— Der Herr Gegner hat zwar in seinem zweiten 
  
  
  
  
 
	        

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