Full text: Abhandlungen

  
Bemerkungen über Einwendungen gegen meine Theorie. 161 
und dritten Vortrage, seinen Operationsplan gleichsam ändernd, 
die Wirkung untersucht, welche ein bewegter Beobachter oder 
eine derlei Quelle auf das umgebende « elastische Mittel noth- 
wendig ausüben muss; — eine Untersuchung, welche übrigens 
mit meiner Theorie, die sich einfach nur auf Ortsver} änderung 
bezieht, offenbar gar nichts g >mein hat, und wie erschöpfend 
dieselbe von ihm auch durchgeführt werden mag, die meinige 
dadurch nicht im Geringsten entbehrlich machen wird, — Der 
Herr ( jegner findet nun, das diese Wirkung wieder in der Er- 
ıyung einer Wellenbew« gung besteht! — Gegen eine solche, 
f einen rein mechanischen Vorgang gerichtete Untersuchung 
ist. natürlich an und für sich nicht das Geringste einzuwenden, 
_— nur muss man sich höchlich darüber wundern, wie der Herr 
Gegner unter fortwährend [222] consequentem Ignoriren und 
Ableugnen der Thatsache selber, nunmehr doch allgemach dar- 
hinauskommt zu behaupten, dass ein bewegter Beobachter 
oder eine derlei Quelle regelmässige Undulationen und somit 
Schall- und Lichtwellen erzeugen müsse. — Wenn es nun mit 
eser seiner neuesten Behauptung wirklich seine Richtigkeit 
hätte, was jedoch sicherlich nicht der Fall ist: so müssten sich 
die so entstandenen Wellen mit jenen, die von der Quelle als 
solcher kommen, zusammensetzen, und die einen müssten die 
anderen nothwendig alteriren. Es würde demnach in Folge 
dieser Bewegung unausweichlich eine Aenderung in Tonhöhe 
und Farbe eintreten müssen, was aber eben mit ‚dem, was der 
Herr Gegner an vielen Orten ausdrücklich behauptet (siehe 
Sitzungsberichte, Jänner-Heft, pag. 142, 143 u, 8. W.). im ge- 
yaden Widerspruche stünde. — Der Herr Gegner sähe sich 
demnach, im günstigsten Falle, d. i. wenn man die Richtigkeit 
;iner neuesten Behauptung dahin gestellt sein lassen könnte, 
in die ganz eigenthümlich interessante aber eben nicht beneidens. 
werthe Lage versetzt, davon Kenntniss nehmen zu müssen, 
dass derselbe mit einem Aufwande selbsteigenen gelehrten 
Wissens, ohne es früher auch nur im Entferntesten zu ahnen, 
sich selbst in optfima forma widerlegt habe! — 
Allein einer solchen Schlussfolgerung und Behauptung, wie 
diese allerneueste ist, kann ich meine Zustimmung nicht geben, 
schon deshalb nicht, weil ich auch noch andere Bewegungen 
des Mediums für möglich, ja im vorliegenden Falle sogar für 
höchst wahrscheinlich, wo nicht gar für gewiss halte. — Ganz 
derselben Ansicht ist auch Herr Regierungsrath von Ettingshausen, 
wie dies aus dessen beiden Vorträgen bestimmt genug zu ent- 
Ostwalds Klassiker, 161. 11 
   
  
  
    
  
  
    
  
  
     
  
  
  
  
  
  
  
 
	        

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