Full text: Abhandlungen

    
  
  
  
  
  
  
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Anmerkungen. 
Melloni zu verteidigen sucht, Ich muß indes darauf hinweisen, 
daß Doppler sich an einer Stelle (S. 21, Zeile 3—1 v. u.) da- 
hin äußert, daß Sterne, die deshalb unsichtbar sind, weil sie 
Strahlen von zu großer Wellenlänge aussenden, infolge einer 
nach der Erde hin gerichteten Bewegung sichtbar werden können, 
Es mögen hier auch einige Worte von dem Standpunkte 
gesagt werden, den Doppler der MHFresnelschen Lichttheorie 
gegenüber einnahm. Daß er die Ansicht verwarf, dergemäß 
die Erde bei ihrer Bewegung um die Sonne den Äther in 
Ruhe läßt (siehe 8. 48 unter 9.; S. 58, Z. 24—31; 8. 64, 
Z. 1—4; 8. 70, Z. 9—12), kann uns nicht wundern. Diese 
Hypothese, mittels der Fresnel mit glücklichem Erfolg die Aber- 
ration und gewisse damit zusammenhängende Erscheinungen 
zu erklären versucht hatte, lief den damaligen Anschauungen 
so sehr entgegen, daß sie manchem unnatürlich und bedenk- 
lich erscheinen mußte; sie konnte erst später allgemeinere An- 
erkennung finden, als man sich daran gewöhnt hatte, den Äther 
als ein von aller gewöhnlichen Materie weit verschiedenes Medium 
zu betrachten. 
Mehr befremdend ist für uns, was Doppler von der An- 
nahme der Transversalschwingungen sagt. Er meint, diese 
trage den »Charakter einer großen inneren Unwahrscheinlich- 
keit« an sich (S. 5) und nur die Voraussetzung longitudinaler 
Schwingungen sei »naturgemäß. und einfach« (S. 3). Auch an 
mancher andern Stelle zeigt es sich, daß er nie aufgehört 
hat, an, der Lehre von den Transversalschwingungen Anstoß 
zu nehmen. Offenbar rührte dies daher, daß er sich von der 
Fortpflanzung solcher Schwingungen keine deutliche Vorstellung 
zu machen vermochte; auch hängt es damit zusammen, daß 
es ihm bei Annahme transversaler Bewegungen nicht recht 
gelingen wollte, einzusehen, welche Umstände es sind, die die 
richtung der Lichtstrahlen bestimmen. Sind die Schwingungen 
longitudinal, dann wird, so meint Doppler, in jedem Punkte 
die Richtung des Strahls einfach durch die der Schwingungen 
gegeben. 
Was den Zusammenhang zwischen dieser Frage nach der 
Schwingungsrichtung und dem Hauptgegenstand seiner Unter- 
suchungen anbelangt, so scheint Doppler hierüber mit sich 
selbst nicht einig geworden zu sein. Der Inhalt des ersten 
Paragraphen der Abhandlung über das farbige Licht der Doppel- 
sterne (S. 3—5) erweckt den Eindruck, daß er das in 82 
zu formulierende Prinzip als nur für Longitudinalschwingungen 
  
	        

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