Volltext: Abhandlungen

Erklärungsversuche des Aberrations-Phänomens. 71 
Abhandlung *) nachgewiesen, dass wenigstens die Farbe der 
ankommenden Lichtstrahlen nothwendig in Folge der Bewegung 
unserer Erde eine wenn auch noch so geringe Aenderung er- 
fahren müsse, und ‚es scheint demnach verzeihlich, etwas 
Aehnliches in Beziehung auf deren Richtung für 'möglich zu 
halten, um so mehr als dies für einen gewissen anderen Fall **) 
als erwiesen angesehen werden darf. — Hat doch selbst auch 
Cauchy, freilich nur gelegenheitlich, dort nämlich, wo er den 
misslungenen Erfolg eines höchst merkwürdigen Versuchs ***) 
Arago’s zu erklären unternimmt, sich in ganz ähnlicher Weise 
hierüber ausgesprochen. Er sagt nämlich diesfalls (Comptes 
Rendus Tome 8. pay. 327 et sequ.) »Par vitesse de la lumiere, 
on peut entendre, dans le systöme des ondulations, ow la vitesse 
absolue avec laquelle une onde lumineuse se döplace dans V’espace, 
ou la witesse relative avec laquelle cette onde change de position 
dans la masse de flwide &there qwelle traverse. Or, la seconde 
de ces deux witesses sera Evidemment celle qui döterminera les 
refractions d’unm rayon passamt de V’air dans le verre, si Von 
admet, comme il est naturel de le supposer, que la terre emporte 
avec elle dans V’espace, non-seulement son atmosphere aErienne, 
mais encore [762] une masse considerable de flwide there. Dans cette 
hypothöse, tous les phenomöenes de reflexion et de refraction observ6s 
@ la surface de la terre seront les mömes que si la terre perdait 
son mouvement de rotation diurne, et son mowvement annuel de 
translation autour du soleil. Ces mouvements ne pourront faire 
wvarier que la direction des plans des ondes, par consequent la 
direction du rayon lumineux, en produisant, comme V’on satt, 
le phenomöne de V’aberration.« Wiewohl nun auf diese‘ nur 
nebenher gemachte Schlussbemerkung Cauchy’s ein um so ge- 
*) Nr. I dieser Sammlung. 
**) Nr. III dieser Sammlung. 
*#*) Arago hat nämlich, angeblich auf Laplace’s Aufforderung, 
die wichtige Beobachtung angestellt, ob mit einem vor dem Fern- 
rohre eines Wiederholungskreises angebrachten Prisma die Ablen- 
kung stärker sei bei den Sternen, deren Lichtstrahlen die voraus- 
eilende Erde erreichen, als bei jenen, wo die Lichtstrahlen der 
sich ihnen annähernden Erde begegnen. Aber er hat den Unter- 
schied, der 50” betragen sollte, gar nicht vorhanden gefunden: 
Arago, Biot, Fresnel, Cauchy u. A. haben sich mit Lösung und £r- 
klärung dieses unerwarteten Resultates jenes Versuches befasst, 
und die im Contexte angeführte Stelle bezieht sich gleichfalls 
auf den hier erwähnten Gegenstand. (Siehe Annales de Chimie et 
de Physique, Tome IX, pag. 57. — Comptes Rendus 1839, Tome 8, 
pag. 326, 327.) 
  
 
	        

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