Full text: Abhandlungen

Bemerkungen zu meiner Theorie des farbigen Lichtes. 85 
Tausenden Anderer sicher herauszufinden vermöge. Gleichwohl 
bleibe ich absichtlich vorerst noch bei der Zahl 20 stehen. — 
Aus den hier angeführten‘ Daten ergiebt sich aber wegen 
11-:7-16-70-20 = 1724800, und davon, da sich eine 
gleiche Schärfe für vorzüglich hohe und tiefe‘ Töne wohl nur 
selten bei einem und demselben Individuum vorfinden dürfte, 
noch ein volles Drittel in Abzug gebracht, giebt noch immer 
die enorme Anzahl von 1149867 wohl‘ unterscheidbarer Ab- 
stufungen des Schalles. — Nimmt man aber die etwas grösseren, 
gleichfalls allgemein für noch zulässig anerkannten Positions- 
zahlen, und zwar entsprechend der [9] obigen Ordnung, ‘an, so 
findet man beziehungsweise wegen: 11:7 32-70 40 = 6899200 
und nach Abzug von einem Drittel noch immer die ungeheure 
Anzahl von 4599467 Verschiedenheiten in der Perception der 
Töne. Da’ eine grosse Anzahl anderer Musiker, die ich seither 
mittelbar oder unmittelbar darüber befragte, diese Positions- 
zahlen von aller Uebertreibung frei sprachen, und man es 
andererseits auch nicht bezweifeln wird, dass es der einfachen 
Gesichtsempfindungen jedenfalls eine. grössere Anzahl. wie der 
Schallempfindungen geben muss, so ist diese Betrachtungsweise, 
wie es mich dünkt, nicht nur ganz geeignet, ‚meine frühere 
Annahme von 1000000 verschiedenen : Farbennüancen voll- 
kommen zu. rechtfertigen, sondern ‚sie scheint zugleich‘ eine 
Berechtigung darzubieten, hierin noch. um ein Bedeutendes 
weiter zu gehen. 
ß) Aber nicht einmal nöthig ist es, dass ich meine An- 
nahme von 1000000 und. mehreren Farbennüancen durch eine 
Hinweisung auf ganz analoge Verhältnisse beim Schalle recht- 
fertige, sondern die Farbenclassification selber bietet hierfür, 
meines Bedünkens, genugsam feste Anhaltspunkte dar: — Von 
allen mir bekannten Gelehrten, die sich mit der empirischen 
Classification der Farben befassten, weiss ich auch: nicht einen, 
der nur die rein prismatischen Farben, geschweige denn ‚erst 
selbstleuchtende farbige Objecte- (wie die Fixsterne zZ. B.) in 
seine Farbenscala mit aufgenommen und für sie eine eigene 
Rangordnung geschaffen hätte. Die meisten von ihnen, oder 
doch viele, wie z. B. Werner, Mohs u. m. A., gehen inzwischen 
so weit, dass: sie einen Unterschied anerkennen und diesen 
sogar als Eintheilungsgrund für ihre Classification benutzen, 
nämlich den zwischen den gewöhnlichen und metallisch glänzenden 
Farben. Ihre Scala ist demnach noch sehr unvollständig, denn 
es fehlen in ihr noch die prismatischen Farben, und endlich 
  
 
	        

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