Full text: Abhandlungen

86 Christian Doppler. 
noch die der selbstleuchtenden Objecte. Merschel d. J. hat an 
der oben erwähnten Stelle ganz augenfällig bei seiner Annahme 
von 300000 Farbennüancen nicht die prismatischen mit In- 
begriff jener an den uns umgebenden [10] Gegenständen vor- 
kommenden Farben verstanden wissen wollen (denn solcher 
nimmt er beiläufig zwar aber dennoch ausdrücklich 1000000 
an), sondern bloss letztere allein, d. h. die gewöhnlichen und 
die metallisch glänzenden. Nun lässt es sich sehr leicht darthun, 
dass die Anzahl der möglichen Farbenabstufungen mit der 
Intensität des Lichtes wächst, und dass diese Zunahme nach 
der dritten Potenz der letzteren zu bestimmen ist. Gäbe es 
bezüglich der drei Hauptfarben Gelb, Roth und Blau, das eine 
Mal z. B. von jeder nur 10, in einem anderen Falle dagegen 
100 Intensitätsabstufungen, so würde im ersteren Falle die 
entsprechende Intensität im Maximo durch 30, im zweiten 
durch 300 Strahlen repräsentirt, welche Zahlen sich zu einander 
wie 1 zu 10 verhalten. Fragt man dagegen nach den diesen 
Annahmen entsprechenden Anzahlen der Farbennüancen, so 
ergeben sich hierfür wegen 10 -10-10 == 1000 und 100 - 100- 
100= 1000000, die Zahlenwerthe 1000 und 1000000, welche 
Zahlen in dem Verhältnisse von 1: 1000, oder von 1: 10% zu 
einander stehen. Es verhalten sich demnach die Anzahlen 
der Farbennüancen wie die Cubi der entsprechenden Intensitäts- 
zahlen. — Nun weiss man aber, dass von allen nicht metallisch 
glänzenden Farben Kremserweiss das meiste Licht reflectirt, 
nach Lambert 0,42 der auffallenden Strahlen. Die metallisch 
glänzenden aber (wenn sie keine eigentlichen Spiegel sind) 
jedenfalls weniger als 0,67*). — Andererseits wird von 
Herschel, und ziemlich allgemein, angenommen, dass die Anzahl 
der metallisch glänzenden, mit Einschluss der nicht metallisch 
glänzenden, d. i. gewöhnlichen Farben, auf 300000 gesetzt 
werden könne, welche Mannigfaltigkeit mithin der Intensität 
0,67 entspricht, die. Intensität der auffallenden oder prisma- 
tischen gleich der Einheit gesetzt. Bezeichnet man nun durch 
N, N', N” die [11] Anzahlen der gewöhnlichen, der metallisch 
glänzenden und der prismatischen Farben, immer mit Einschluss 
*) Nach Herschel’s (Phil. Trans. for 1800) und Mr. Potter’s (Dr. 
Brewster’s Edinb. Journ. of scienc., Vol. IIL, 18380) genauen Ver- 
suchen ist die Menge des von einem möglichst vollkommen polirten 
Spiegel zurückgeworfenen Lichtes = 0,673 und 0,67 kann somit 
als die äusserste Grenze für nicht spiegelnde, aber doch metallisch 
glänzende Gegenstände gelten. 
  
  
  
 
	        

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