Volltext: Die Ausnutzung der Windkräfte unter besonderer Berücksichtigung der ländlichen Gemeinde-Wasser- und Elektrizitäts-Versorgung

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Drittes Kapitel. Die neueren Windmotoren.

dadurch doch nicht vermindert wird, und läßt die Flügelfläcdhen überall mit gleicher
Breite arbeiten. Allerdings läßt er die FAügelflächen nicht bis an die Welle herangehen,
 da er e8 hei der faft um die Hälfte geringeren Nukwirkung als die der Fügelipige
 nicht wert findet, Ddiefelben für die Mugwirkung mit Heranzuziehen; vielmehr
IOlägt er vor, die Flügeliläche auf die äußerfien drei Viertel ihrer Länge dem Winde
zuszufegen.
Auf SOrund feiner Unterfuchungen befchreibt la Cour, Zwie wir der Verfuchsnühle!)
 entnehmen, die ideale Mühle in folgender Weife:
„a) 4 Flügel mit fo wenig Widerftandsfläcdhe wie möglich, namentlidh an dem
iußeren Ende, gegen die FLügeljpige hin.
b) Die Fligelbreite ungefähr !/4 oder !/s der Flügellänge und überall ungefähr
zleich breit.
c) Die Flügelflädhe beginnt ungefähr fo weit von der Achfe entfernt, wie !/, der
Sügellänge ausmacht, {o daß die Fläche fich über 3/a der Flügellänge erftredt.
d) Das Querprofil der Fügelfläche it nicht eine gerade Linie, fondern ift eingefnict
 oder gebogen an einem Punkte, weldher !/4 oder '/s der Breite von der Vorder-‘ante
 entfernt ijt; der Knick ift fo ftark, daß die Brechungsfante um 3 bis 4°% von
5er Sehne des Profils entfernt ift (oder bei gebogenem Profil liegen würde). Dies
zilt für die Flügelfpige; im Innern kann das Profil ganz gerade fein.
e) Die Schrägftellung, weldhe entweder nad) der großen oder Heinen Flügelfläcdhe,
jedoch nad) der Profiljehne gerechnet wird, beträgt an der Flügelfpige 10° und nimmt
regelmäßig zu, fo Daß fie bei ’/s Abftand von der Achfe 15°, bei !/s Aoftand 20°
beträgt und an der Achfe 25° betragen würde.
f) Die Mühle foll [jo eingerichtet fein, daß die Flügelfpige mit einer Ge:
ichmwindigkeit geht, melde 2,4 mal diejenige des Windes ausmacht, aus welchem man
die größtmögliche Arbeitsleiftung zu erlangen münfcht. (Diefe Windgefhwindiakeit
wird im allgemeinen nahe an 6 oder vielleicht nur 5 m betragen.)
y) Die Arbeit, die eine Tolde Mühle leiften kann, läßt fich daraus berechnen,
daß man, mie die oben dargelegten Unterfuchungen e3 ausweifen, ungefähr 60 @Orammeneter
 pro Aluadratmeter auf eine Windgejdhwindigkeit von 1m erhält. Die Arbeit
ift nämlidh 60mal das gefamte Flügelareal, ausgedrüct. in Quadratmetern, und mal
die Windgefchwindigkeit in Metern in der 3. Potenz und ift alsdann in Grammetern
ausgedrückt. Teilt man Ddieje Zahl durch 1000, fo hat man alfo Kilogrammeter
pro Sekunde; und teilt man wiederum durch 75, fo hat man die Arbeitsleiftung in
Bferdekräften.
Beifpiel: Sind die 4 Mühlenflügel je 8 m ang, 2 m breit, und wird nach
jer Arbeitsletftung gefragt bei einer WindgejHwindigkeit von 6m pro Sekunde, fo
zuß die Gejchwindigkeit der Flügelipige fein: 6 > 2,4=— 14,4 m; da der Kreis
ımfang ungefähr 50 m ausmacht, {fo wird Diefe Mühle bei aenanıtem Winde

‘') 2a Cour, Die Verfudh3mühle. 1900 und 1903. Überfegung von Dr. S. Kaufmann
unter dem Titel: Die Windkraft und ihre Berivendung. Leipzig 1905.
	        
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