1561
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Angeschlagener absagbrief zu Prag in Behaim
M 550b. Zü Prag in der hauptstat [bort] Beham ist an die großen
kirchen ain brief angeschlagen worden, in wölchem dem kaiser Ferdinando
auf seinen leib und leben, land und leute zemorden, zeraus
ben, zebrennen» durch dise hiebei benante 6 Personen ist abgesagt
worden: Anthoni Reinhart, Lucas Rubin, N. von Stuttenheim, Jörg
bon Karlewitz, Nickel Finck, N. Ortman.
M 550b. Darauf Ir röm. kay. may. dise 6 Personen sampt iren anhengern
und beistendern in die acht und aberacht erclert und offentio
lichen hat ausruefen und publicieren lassen*.
Moscowitter
M 550b. Der moscowitisch kaiser ist in großer rüstung, das Lifflandt
disen Winter widerumb zeüberfallen^
Hochmaister aus Preussen
iS M 551a. [45a] Der hochmaister aus Preussen und Liffland solle dem
kunig bon Poln das gantz Liffland zustöllen und übergeben, dargegen
solle der kunig dem hochmaister das hertzogtumb Samieten auch zustellen
und einräumend
Herzog von Mechelburg schreibt den seestetten
so M 551a. Der hertzog bon Mechelnburg sampt seinen zugewandten
haben den seestetten ernstlichen geschriben: dieweil sie in nechstbergangnem
krieg dem Moscowiter wider die christenhait hilf gethan haben,
a) und zue brennen.
1. Über diesen Fall vermochte ich nichts zu finden, und auch Anfragen bei
Spezialforschern auf dem Gebiete der böhmischen Geschichte blieben erfolglos.
2. S. oben S. 72; die Russen nahmen den Krieg unter dem Vorwand, daß der
Waffenstillstand von dem Gegner gebrochen worden sei, wieder auf, eroberten nach
nur vierzehntägiger Belagerung Marienburg und verwüsteten Kurland sowie das
südliche und mittlere Livland.
3. Der Heermeister des Deutschen Ordens in Livland hatte sich in einem Vertrag
vom 31. August 1559 unter Verpfändung verschiedener Gebiete in den Schutz
des Königs Sigismund August von Polen begeben, um Hilfe gegen die Russen
ss. oben S. 72) zu erlangen. Nach dem Kriege mußte der Heermeister <am 28. November
1561) Livland an Sigismund August abtreten, wogegen er Kurland als erbliches
Lehen erhielt, in den weltlichen Stand trat und den Titel eines Herzogs von
Kurland und Semgallen führen sollte. Schiemann S. 307; H äb erlin, I V, S.439fs.;
G. Droys en, Gesch. der Gegenreformation (Berlin 1893), S. 201 ff.