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Paul Hektar Mails 2. Chronik von 1547—1565
klainater, silbergeschirr und ander hausrath, dessen ain yeder nach
seinem standt nit wol entraten kan, auch roß und Harnisch, und was
zu der wör gehörig, ausgenommen sein und unangeschlagen oder
unbelegt beleiben.
Item die, so grafschafften, herrschafften, oberkaiten, schlösse! oder
sitz auf dem land haben, sie seien gelegen, in was herrschafften sie
immer wollen, sollen ir anlage nach irem einkommen an gölten und
zinsen rechnen, yedes tausent gülden jürlicher Nutzung für zwaintzigtausendt
gülden haubtguts achten und dann von yedem tausent gülden
Hauptguts fünf gülden erlegen.
Es sollen auch hundert gülden erkauffts leibgedings für tausent
gülden gerechnet und also, wie obgemeldt, auf- und abzesteigen verstewrt
werden.
Welche dann von iren barschafften neben oder außerhalb irer
ligenden, unbewöglichen güttern mehr weder von tausent gülden
fünftzig jürlicher Nutzung on ir sonder mühe und rosten haben, dieselben
all und ir yeder besonder, sie seien Hochs oder niders stands,
niemandt ausgenommen, sollen in disen gemainen anschlug von
sollichen iren merern jürlichen Nutzungen und einkommen den zehenden
Pfenning zu anlaggelt bezalen.
Item alle und yede gestifft, capittel, clöster, ordensleith, kirchen,
spitül und andere dergleichen Heuser, sie seien hie in der statt oder
auf dem lannd gelegen, exempt oder nit, darzu alle und yede sonderbare
gaistliche Personen sollen von iren renten, gölten und einkommen,
so sie von Pfründen und irem gaistlichen stand haben, den zehenden
Pfenning, und dann die, so järliche dienst- oder amptgelt haben, sie
seien gaistlich oder weltlich, desgleichen die dienstpotten, knecht und
mägdt von ainem yeden guldin ain creutzer, datzu ain yede judenperson
ainen guldin erlegen, und der reich, den armen hierinn zu
übertragen, auch darüber noch von jedem hundert gülden werdt guts
ainen guldin zu bezalen schuldig sein.
Zum beschluß soll ain yeder sein angebür allain alhie, da er verpflicht
und gesessen ist, und sunst niendert, von allen seinen und seiner
underthanen haben und gütern den verordenten steurherren erlegen,
und das alles innerhalb der nechstvolgenden vier Wochen bei ernstlicher
straff be chehen.
Und ist hierauf ains ersamen rats ernstlicher befelch, daß sich ain
yeder für ine selbst und für seine arme leuth, hausgesind, ehehalten
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