Volltext : Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1552

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ains  rats  Herrn»*  Hansen  von  Haideck  und  graf  Georgen  von  Gastet 2
mit  sich  herein  gefiert  und  in  seim  haus  übernacht  behalten,  also  hat
man  widerurnb  rat  gehalten  bis  in  die  nacht.
[165b]  Wie  die  fürsten  herein  kamen
s  Auf  montag  den  4.  tag»  april  hat  man  zümorgens  frü  umb  vier
uhr  widerumb  rat  gehalten,  und  send  die  ausschüs  widerumb  hinaus
zü  den  fürsten  in  das  leger  geritten  und  den  fürsten  anzaigt,  daß  man
sie  herein  mit  etlichem  kriegsvolck  lassen  trioll 3 .
Darauf  ist  der  hörtzog  Moritz,  churfürst,  margraf  Mbrecht,  der
iv  jünger  von  Brandenburg,  landgraf  Wilhalm  von  Hessen  und  der  von
Mechelburg*  zü  aubents  um  7  uhr  mit  200  Pferden  und  vier  fehnlen
landsknecht  herein  in  die  stat  gezogen,  die  knecht  haben  dise  nacht  bei
allen  den  stat°  thoren  wachen  miessen  und  die  stat  mitsambt  den
fürsten  bewahren 3 .
a)  „Herrn"  statt  „her"  aus  27.  b>  „tag"  fehlt  26.  c)  der  stat,  26.
1.  Das  ist  nicht  richtig.  Herbrot  konnte  sich  in  seiner  oben  angeführten  Entschul.
digung  darauf  berufen,  daß  er  dreimal  gebeten  worden  war,  dem  Rat  „diesen  Gefallen ­
  zu  tun".
2.  Graf  Friedrich  (nicht  Georg)  von  Castell,  geb.  1522,  Sohn  des  Grafen  Wolfgang
  (1482—1546),  studierte  1537—1539  in  Ingolstadt,  1540—1546  in  Bologna
und  Padua,  fiel  1552  vor  Metz.
3.  Bgl.  Mairs  Cod.  118,  S.  269b  ff.  —  Die  oben  genannten  „Händler"  brachten
am  4.  April—immer  im  Einvernehmen  mit  dem  Rate  und  den  Ausschüssen  der
beiden  Stuben  und  der  Gemeinde—nach  vielen  Verhandlungen  eine  Kapitulation
(Großes  Ratsbuch,  Bl.  45  b)  zustande,  die  die  Kriegsfürsten  zu  „Freunden"  der
Stadt  machte.  Sie  ist  gedruckt  bei  Langenmantel,  S.  118.
4.  Herzog  Johann  Albrecht.
5.  Unmittelbar  nach  Abschluß  der  Kapitulation  ließ  der  Rat  sein  Kriegsvolk  zum
Gögginger  Tor  hinaus  gegen  Inning  zu  führen  und  dankte  es  ab.  „Sobald  unser
kriegsvolck,"  schreibt  Mair  in  seinem  Memoryb.,  Bl.  296a,  „ist  hinaus  kumben,
da  send  die  kriegsfürsten  hereinzogen  und  mit  inen  3  oder  4  fendlin  knecht  zu  ainer
gwarden  herein  genomben.  die  haben  auf  dem  Berla  vor  dem  Rathaus,  in  der  Staingassen
  hinden  hinumb  bis  gen  sant  Anna  und  am  Heumarckt  vor  des  churfürsten
und  vor  marggrafen  Albrechts,  vor  des  jungen  landgrafen  losament  und  bei  der
Schrand  alle  nacht  ain  starcke  wacht  gehalten,  das  ander  kriegsvolck  ist  alles  draußen
bliben  in  irem  leger  zu  Oberhausen  und  daselbs  herumben."  —  Die  Kriegsfürsten
galten  nun  als  Gäste  der  Stadt  und  erhielten  die  ihnen  nach  dem  Brauch  zukommende
„Fürstenschenck".  —  Mails  Gr.  Memoryb.  Bl.  295b:  „Hertzog  Moritz,  chursürst,
im  verehrt  4  zuberlin  visch  und  ain  leget  Rainfal  und  32  kandten  wein  ins  Jacob
Hörbrots  behausung  auf  4.  april;  margraff  Albrecht  von  Brandenburg,  wie  er  auch
mit  dem  churfürsten  herein  ist  kumben,  wie  man  inen  die  stat  hat  aufgeben,  verehrt
in  der  Feglin  Haus  2  zuberlin  visch  und  32  kandten  wein;  und  dem  Wilhalm,  landgraf ­
  zü  Hessen,  dem  jungen,  in  der  Sigmund  Welserin  haus  verehrt  2  zuberlin
visch  und  32  kandten  wein.  dem  bischof  von  Kreüß  (Jean  de  Fresse),  des  königs  von
Franckreich  botschaft,  so  mit  denen  kriegsfürsten  ist  herumbzogen  und  mit  men
hereinkumben,  verehrt  gen  Laux  Schwartzen  2  zuberlin  visch  und  32  kandten  wem.  —
Dem  hörtzog  Hanns  Albrecht  gen  Nareiß  Leiber,  gastgeb,  ist  auch  also  verehrt  worden.
            
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