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macht*, dann der Gottsacker, so innerhalb der [tat 2 , ist also gar er
graben, daß man niemand so bald darein» vergraben Wirt, ohne die,
so ire aigne und besondere begrebnus darinnen haben.
[191a] Von klosterfrauenb
5 Mails Chron. A, S. 394, 2.
[191a] Von dem sterbentv
Auf sonntag den 3. octobris hat v. Petrus Canisius, thumbprediger
alhie zü Augspurg, verkündet, daß man in den gaistlichen stiften alle
tag nach vollendtem ampt die groß glogken zü Unser Frauen leutten
io und den gesang media vita in morte, das ist auf teutsch der gesang
„mitten wir im leben sein mit dem tod umbfangen", singen werde;
so soll ain jeder hausvatter und muetter mit iren kindern und gesind
niderknieen und Gott umb gnad anrüfen, daß er dise straf der pestilentz
von uns gnedigclich abwenden wölle; derhalben werde man in dem
iS Thumbsüft alle montag processiones und litanias haltend
a) darein so bald, 26. d) Fehlt M. In den Handschriften sinnlos „von ainer closter-
frauen". c) Dieses Stück fehlt 26, M.
1. Gasser c. 1900, Stetten, S. 555, Mair, Memoryb. I unter 1563,
Bl. 142 a: „Ein ersamer rat hat von dem Herrn Wolf Baller, burgermaister, den
anger am Vischerperg, vor dem Vischerthörlin gelegen, abkauft und daraus den
gotzacker gemacht, und haben im meine Herren, ain ersamer rat, darvir zalt durch
mich, Paulus Hector Mair, oberster ratsdiener, auf 8. september sl 1010. — Und auf
den 13. tag september, am montag, hat ain ersamer rat lassen anfachen den gotts-
acker mit der rinckmauer umbfachen oder umbmauren, wie er dan jetzo vor äugen ist.
und in 10 wuchen ist er gar ausgemacht und fertig worden mit allen dingen." Die
Kosten hierfür betrugen 206 fl 41 k., die Gesamtkosten, die der Gottesacker verursachte,
1867 fl 30 kr. — „Der Gottsacker ist nit geweicht worden, und die erst Person, so
man darin begraben hat, die hat geheißen Michel Zolinger, [ist] ein deck seines hand-
wercks gewest." Die die Arbeiten ausführenden Werkmeister waren: maister Bern
hart sZwitzelj, stainmitzel, und maister Jerg Sit, zimerman. — „In dem 1571. jar
hat man erst dem dottengrebel ain heuslin in den gotzacker gebaut, damit er darinnen
wone, und daß er darinnen bei tag und bei nacht zü finden sei."
2. Der alte Gottesacker bei St. Stephan.
3. Zum Teil wörtlich in dem Codex des bahr. Hauptstaatsarchivs in München
„Hochstift Augsburg", Nr. 765, und in den Akten des Okkiciums sanitatis (Augs
burger Stadtarchiv); aus letzterer Quelle Bisle, Armenpflege, S. 12. Vgl. oben
S. 455 mit Anm. 2.