Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Paul Hektar Mairs 2. Chronik von 1547—1565 
visch oder flaisch zwischen den zwar malzeiten zurichten, fürtragen 
oder aufsetzen lassen werde, der soll in bedencken, daß dises alles ohne 
not und allain zu unnützer Verschwendung ires etwa hart gewunnen 
gelts und zu gbbruch irer weib und linder narung beschicht, umb 2 fl 
gestrafft werden. ■> 
Zum andern: obwol am ersamer rat irer lieben burgerschaft zu 
guttem hievor ordnung fürgenommen und gesetzt, daß alle die, so 
ire Hochzeiten nit auf iren selbst, sonder der geladnen gest kosten 
haben und halten, den nechsten tag darnach, beschwerlichen und ver- 
gebnen uncosten zu vermeiden, kam nachhochzeit halten sollen, so io 
befindt sich teglich im werck augenscheinlich, daß ire etlich soliche nach- 
hochzeiten, der obrigkait und disem irem vätterlichen, wolmainenden 
gepot zuwider, in den nechst umbligenden dörfern und in großer anzal 
der darzu beruoffenen Personen halten, dardurch sie nit allain sich 
selbst, sonder auch ander leit zu nachtail und schaden bringen. >5 
Derowegen und auf daß dann solcher unnotwendiger, mercklicher 
uncost verhiet werde, schafft und gepeut ain ersamer rat allen iren 
bürgern und innwonern hiemit abermals, daß hinfüro unerlaubt 
kainer mer, wer der sei, ainiche nachhochzeit ausser der statt in den 
umbligenden flecken oder dörfern halten noch haben solle, bei straff so 
zehen gülden, — von welchen und andern mergemelten straffen der 
drit Pfening denen, so soliches der obrigkait anzaigen, wirdet gegeben 
und nichts destweniger in gutter gehaim gehalten und sein nam 
verschwigen bleiben soll. 
Da entgegen will ain ersamer rat allen denen, so die Hochzeiten, s- 
als obsteet, nit auf iren selbst, sonder der geladnen costen halten, hier 
mit zu merer ergetzlichait vergundt haben, des andern tags in dem 
Wirtshaus, darin die Hochzeit gewesen, ain morgenmal für nach 
hochzeit zu halten und zu derselben, wer inen gesellig ist, zu laden, 
doch daß sie über 32 Personen, in welicher zall die frembden nit sollen r» 
gerechnet werden, nit nidersetzen, bei straff zwen gülden, so von jeder 
Person, die über benannte zall gesessen weren, durch den preigger 
bezalt werden sollen. 
Darneben solle nach disem morgenmall ain ehrlicher nachhof- 
dantz gehalten werden den geladnen, aber derselbig nit über fünf uhr & 
erstreckt und gute beschaidenhait darbei gehalten werden. 
Darnach wiß sich menigclich zu richten und vor schaden zu ver- 
hieten.
	        

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