I. Herstellung, Unterscheidung und Prüfung
von Portland-Cement.
a, Was ist Portland-Cement?
Portland-Cement ist der vornehmste, weil am schnellsten zur
höchsten Festigkeit gelangende hydraulische Mörtelbildner.
Portland-Cement wird dadurch erzeugt, dass man eine innige
Mischung von Kalk und Thon als wesentliche Bestandteile in einem
bestimmten Verhältniss zu einander bis zur Sinterung brennt und die
Masse (Klinker) mehlfein zerkleinert. Diese innige Mischung ist
an einzelnen Stellen der Erdkruste schon von Natur nahezu voll-
kommen vorhanden, in den meisten Fällen wird sie aber künstlich er-
zeugt. Die deutschen Portland-Cemente, die zu den besten der Erde
gehören. sind aus künstlichen. Mischungen erbrannt.
Die Rohmaterialien, Kalk und Thon, werden je nach Beschaffen-
heit auf nassem (Schlämmerei) oder trockenem Wege (Mahlapparate)
zerteilt und gemischt. Das in letzterem Falle erhaltene Mehl wird
mit Wasser angefeuchtet und zu Steinen geformt. Bei dem Nass-Ver-
fahren werden die Steine aus der eingedickten Schlämmmasse her-
gestellt. Nach dem Trocknen brennt man die Steine in geeigneten
Oefen (Ringöfen, Dietzsche Schachtöfen, Drehrohröfen) bis zur Sinte-
rung und erhält so die Cementklinker, welche, vermahlen, den fertigen
Cement liefern.
Gemische aus thon- und kalkhaltigen Stoffen, die nicht in ihrer
ganzen Masse bis zum Sintern gebrannt wurden, sind kein Portland-
Cement.
Chemische Zusammensetzung.
Hauptbestandteile des Portland-Cementes sind Kieselsäure, Thon-
erde, Fisenoxyd, Kalk und in geringen Mengen Magnesia. In kleinen
Mengen sind Beimengungen von Alkalien und Schwefelsäure vor-
handen, herrührend aus den Rohmaterialien, welche in der Natur nie
in chemisch-reinem Zustande vorkommen, oder aus dem Brenn-
material und dem Gips, der zur Regelung des Erhärtungsvorganges
(siehe unten) dem Cement in kleinen Mengen zugesetzt wird. Gute
Portland-Cemente haben etwa folgende Zusammensetzung: