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Paul Hektar Mails 2. Chronik von 1547—1665
[185«] Volgt, wie man das Predighaus zu dem Creutz
gebauen und gemacht hat a° 1560»
Item in disem jar hat man das Predigthaus zum Creutz von
neuem gebauenv^.
a) Die Überschrift entlehnt aus bl. b) In Aug. 26 lautet das Stück: Auch in disem jar,
da ward angefangen zue bauen das Predighaus bei dem heiligen Creitz, welches lustig
gemacht und im 1561. jar vollend: worden.—In M: da ist das alte Predighaus zum h. Kr.
abgebrochen worden, dasselbig erweitert, grescr gemacht, von neuem gebauen, wie es
dann vor äugen zue sehen ist.
1. Das Predigthaus der evangelischen Hl. Kreuzgemeinde war die auf dem
Freithof zunächst der Kirche des Hl. Kreuzklosters stehende kleine St. Ottmars
kapelle, die ihr vom Rate 1525 eingeräumt worden war. Schon 1549/50 mußte
man für solche, die beim Gottesdienste nicht mehr Raum fanden, eine Hütte an
bauen <Mairs Chron. A, S. 316, 14). Im Jahre 1556 wurde der Dachstuhl dieser
Hütte erhöht. Hierüber ist im Zechpslegbuch der Hl. Kreuzkirche folgender Vermerk
eingetragen: „Anno Christi 1556 nota zu gedechtnus: Nachdem ich Hanns Stöckhle
obgemelts jars neben Wolfgang Rauner zu ainem zechpfleger erwelt worden, hab
ich durch hilf und beistand der ernvesten Herrn Anthoni Ruedolf und Herrn Hanns
Paptista Haintzel bei den Herrn baumaistern erlangt, daß sie der zech und psarmenig
zu gutem holtz und ire werckleut geben, die hiten am Bredighaus am dachstuel zu
erhöhen und bössern, wie denn solchs durch ire werckleut, maister Jörg Sigken,
Hanns Braun, maurer, statschmid, kistler und glaser volbracht, als es vor äugen,
und alles am baumaisterampt bezalt worden, das, wie ichs überschlagen und von
den werckleuten bericht bin, ob dreuhundert guldin kost, zudem hat obgedachter Herr
Anthoni Ruedolf bezalt und den Herrn baumaistern selber verrechnet umb am tirkischen
tepich aufs die cantzel fl 8, kr. 38, umb am niderlendischen tepich uff den altar fl 9,
umb ain tückischen tepich auf der breut stul fl 11, kr. 12, mer umb kalch und klaiber
und weiter den maurern und zimmerleuten, daß sie under der stund gearbait, s>39,
kr. 18. belauft sich alls auf fl 68, kr 8. summa, was die Herren diser pau in alls kost:
bei fl 400. und hab von der zech wegen nichts geben, dann allain fl 11, kr. 12, so
aus den alten blaten und steinen erlöst, damit tails die werckleut verert sein, noch
hab ich durch hilf Herrn Joachim Jenisch als paumaister erlangt, daß uns die Herrn
paumaister den forsinger bezalen, nemlich alle cotember 3 sl, die soll er allwegen
am paumaisterampt empfahen." <Vgl. Brücker S. 74.) — Auch durch diese Bauten
schuf man nur unzureichende Notbehelfe; das Anwachsen der Gemeinde erforderte
dringend einen Neubau, der jedoch erst mit Hilfe des Rudolsschen Vermächtnisses
(f. oben S. 70) in Angriff genommen werden konnte. Mails Gr. Memoryb.,
Bl. 149 b: „Ain ersamer rat hat in dem jar 1561 das alt, eng, ungemachsam Predig-
haus lassen abbrechen und von gründ auf das jetzig Predighaus lassen greser auf-
mauren und den neuen glogenduren darein lassen mauren und die kornböden
darauf lassen machen vir die almosenherren. und am sonntag, der da was am 23. No
vember <1561), hat Herr Jacob Neulich, Pfarrer, widerumb angefangen und die erst
predig in dem Predighaus gethan." Die letzten Arbeiten daran wurden, wie aus
der BR. 1561 ersichtlich, erst am Ende dieses Jahres fertiggestellt. — Eine Chronik
des Klosters zum Hl. Kreuz, Aug. 330 der Augsburger Stadtbibliothek, berichtet
S. 148: ,,1561 Augustensis respublica ecclesiam nostram parochialem S. Othmari
destruxit et aliam in modum aedium concionibus aptarum erexit; literas quickem
dederunt se veile eandem nobis restituere, quando ea amplius non indigebant.“ —
Der so entstandene Bau ist der, welcher infolge der 1629 in Augsburg begonnenen
Restitution der Katholiken dem Kloster zurückgegeben werden mußte. — Die Kloster
chronik Aug. 328 der Augsburger Stadtbibliothek, S. 388, meldet: „Claves <des
Predigthauses) anno 1630 die 10. may... solemniter ad manus nostras una cum