Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

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Weberchronik von Clemens Jäger 
sie in iren rats-aiden und pflichten die artickel: den rat zu verschweigen, 
die miet und gab, auch ratschatz zu meiden, die zunftliche regierung, 
im stattbrief verleibt, zu halten, mit klaren austrucklichen warten 
bisher geschworen» swie sie dass, ob Gott will, fürohin noch lang 
schwören und halten werden, und dieweil die edlen Römer ire [32b]» 
rät und Wahlen mit Haltung der gottesdienst angefangen und sich 
mit dem geprauch der ratsglogken in die rät versamlet haben, Wirt 
solchesd auch alles noch heutigs tags bei ainem erberen rat im ge 
prauch gesehen«; dann vor der zeit der wählen Wirt in allen Pfarren 
an der cantzlen von den predicanten des göttlichen Worts das volck 10 
aufs die göttliche forcht gewisen, und daß sie in bedenckung irer höchsten 
freihaiten und menge der aidspflichten, so sie derhalben ton miessent, 
frome, redliche, gotsförchtige männer in die obrigkait zu zunftmaistern 
und burgermaistern wühlen sollen, desgleichen beschicht an dem tag 
der burgermaisterwahl auch, und Wirt mit großem ernst das reich 15 
Gottes in bis ent fall von den Herren des rats zu dem ersten gesuchtst 
so hat auch ain rat die versamlung der rät mit der gloggen noch im 
geprauch. und domit sich niemants, derselben nicht wissend, entschul 
digen mög, so haben ains erberen rats vorfaren wol und weislichen 
bedacht, daß an den gewonlichen ratstägen am morgen frie mit der 20 
ratsglogken geleut und die Herren der rät, (aufs daß jeder sein ton 
darnach richten mög), domit erinnert und ermanet werden sollend also 
acht ich, daß des römischen rats art, geprauch, auch ir Verenderung 
der regierung und antzal irer session und andere römische stücke mit 
den unsern, diser statt Augspurg, ratsgepreuchen nunmalen wol 35 
erwegen und vergleichet worden sei. nun send noch die sondren ämpter 
des römischen rats verhanden, die ich auch ain klaines mit den unsern 
melden und vergleichen will. 
a) „und" nach „geschworen" haben wir gestrichen. b> „Wirt solches" sinngemäß von uns 
eingesägt statt „welches". c) „Wirt" nach „gesehen" von uns gestrichen. d) haim 
gesucht b. 1 2 3 * 
1. Im Eidbüchlein von 1434—1473 (Augsb. Stadtarchiv). 
2. Dieser Gottesdienst — ein Amt zum hl. Geist— fand unmittelbar vor dem 
Wahlakt in der neben dem Rathaus stehenden Kirche zu St. Peter statt. 
3. Die „Ratglocke" wird schon sehr frühzeitig in einer dem Stadtbuch einver 
leibten Rats- und Gerichtsordnung <Meyer S. 238, § 10) erwähnt.
	        

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