Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

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Einleitung 
Kühen der Weber aufbewahrten alten „Briefe" und Akten zu ordnen* 
und auf Grund dieser und anderer Quellen eine Weberchronik her 
zustellen, wie er schon vorher eine Schusterchronik verfaßt? Seitz 
nahm diesen Antrag an und wurde dadurch Jägers AufKaggeber, 
der für die zu einer würdigen Ausstattung des Buches erwachsenden 
Kosten aufkam und dem Ganzen ein offizielles Gepräge verlieh. Wie 
Jäger in anderen Werken sich mit seinen Auftraggebern identifiziert, 
so macht er es auch hier und läßt die Zunftmeister der Weber im 
Namen der Zunftgenossen sprechen: Da es gut ist, daß man die in Augs 
burg geschehenen „Handlungen der Menschen" aufschreibt, „auf daß in 
künftig Zeit gesehen werden möcht, was Gutes und Böses in diser 
Statt... fürgangen were, derhalben haben wir Zunftmeister der 
erbern Zunft von Webern sder „neue" und der „alte"] der Zeit, 
als der fürsichtig, ersam und weys Her Zunftmeister Mang Seitz zu dem 
sibenden Mall erwellter Burgermaister Ware (1543), alle und jede 
alte und neuen Schriften, Verträg, Verzaichnussen und Erkanntnussen, 
sovil deren bey unserer erbern Zunft und sonst gefunden und uns 
von unsern Borfaren verlasen worden sendt, in dis Buch mit guter 
Ordnung beschreiben lasen, auff daß unsere nachkomende Herren von 
Räten in unser erberen Zunfft... etwas Warhafftigs ordenlicher 
Weis nach uns finden und darinen sich nach Gelegenhait und Für- 
fallung der Hendel und Zeit zu ersechen haben, damit alle Ding nach 
dem besten und geschicktesten verricht werden mögen." 
Weiter wird in diesem Vorwort dargelegt, daß der in dem Buch 
verarbeitete Stoff in drei Teile zerfällt. Der erste, den wir den 
„allgemeinen" nennen wollen, wird eröffnet von einer auf alten und 
neueren Quellen aufgebauten „Beschreibung" der für die Reichs-, 
die Kaiser- und die Stadtgeschichte so bedeutsamen Schlacht auf dem 
Lechfeld von 955 und der ihr unmittelbar vorangehenden und nach 
folgenden Begebenheiten. Der Grund, warum diese „Beschreibung" 
der Chronik eingefügt wird, ist der, daß das Handwerk der Weber — 
freilich nur in der bei ihnen selbst erwachsenen Tradition — im Zu- 
1. Unter 1495 der Weberchronik erwähnt Jäger bei Erzählung eines in der 
Weberzunst ausgebrochenen Streites „Schriften", die in dieser Sache beide Parteien 
„in amen rat aingelegt", und fährt dann fort: „welche ich hieher nicht hab setzen 
wollen, sonder dieselben und etliche erkanntnus des rats, und sovil ich des Handels 
halb hab bekomen mögen, in ain sonder previer zusamen geordnet, darin sich ain 
erbere zunft nach irer gelegenhait zu ersehen hat." 
2. Sie kommt in diesem Band 305 fs. zur Veröffentlichung.
	        

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