Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Schusterchronik 
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verbindlich gemacht auf] 4 jar 1 . auch ward durch ain rat und durch in 
hinaus gebracht: was sich zwischen zunftleuten auf dem Zunfthaus für 
Unwillen zuttüg, das sollt under der zunft und under denen zwelfern 
wider vertragen und verricht werden?; ain rat woll [sich] solches hader- 
s wercks nit mer annemen. [19»] den beschluß bracht der Zimprecht 
Schaller, der Weber-?, und Krafft, der huckerzunftmaister^. beschechen 
im 1482. jar. diser zunftmaister löst auch ain zins ab von dem Hart 
man Onsorg?, der hett brief und sigel von dem bischoff Burckhart?, daß 
im unser zunft alle jar geben mußt 10 schilling Pfenning, die hat ain 
io zunft dem bemelten Onsorg (von dem geschlecht) abkaufst umb 9 U 
der großen Augspurger', beschechen im 1474. jar an sant Martinstag 
[11. Nov.]? er bracht auch hinaus, daß ain rat in unser buch schrib: 
wielcher maister bußfellig were oder wurde, dem soll nit mer dann 
ain monat zugesehen» werden, darnach [soll er] ausgesetzt und aller 
ib zunstgerechtigkait beraubt sein, bis er ain zunft bericht und bezalt hat. 
beschechen im 1477. jar?. nachdem bemelter zunftmaister ainem rat 
und ainer zunft treulief) gedienet hett, da Versach in ain rat mit dem 
eisenmaisterampt. dabei beschloß er sein end in Gott. 
»> gcpitten. 
1. Diese Satzung wurde in die Ordnung von 1478 aufgenommen <Bl. 66b): Es 
war bestimmt, daß ein Meister, der anfängt, im ersten Jahre nur einen Knecht haben 
darf; denn es kam vor, „daß vor zeiten, wann ainer ain junger maister ward, so setzte 
er zwen knecht, macht schuch mit den knechten <d. h. ließ die Knechte die Schuhe 
machen) und gieng selb muessig und verderbt sich selb und aim bidermann sein lind". 
Da beschlossen wir Meister, „daß es besser wär, es arbait ainer nur mit aim knecht 
die vier jar; so lugte er desterbas zu im selber und arbait selbs bester vester und blieb 
dahaim bei seiner werchstatt bester ee, und wurde aim bidermann sein kind desterbatz 
versorget, denn ain jeklicher kan sich einrichten in den vier jaren, daß er wiß, was er 
daran hab". 
2. Zuchtbuch, Bl. 48b: „Was fachen sich zwischen zunftleuten der schuchsterzunft 
verliessen und begäben,... das soll bei ainer zunft beleiben und alda ausgetragen und 
entschjden werden, welcher aber das nit tätte und die fachen ausserhalb brächte, der ist 
zebuß Versalien 8 guldin, doch hierin ausgeschlossen, was ainen sein eer antrifft und 
lließend wunden... Darumb angesehen, daß man desterminder für raut lauf und 
ain recht nit belade." Vgl. Dirr, Studien etc., l. c., S. 187 s. 
3. Lies: Nikolaus Schaller (später Bürgermeister). 
4. Hans Kraft, oft Zunftmeister der Hücker. 
5. Der bekannte H. Onsorg, der (1395) die große Fehde mit Jakob Putmch 
ausgesuchten. Derjenige seiner Erben, dem der Zins abgelöst wurde, war wohl der 
Ichon genannte Jos Onsorg. 
6. Bischof Burkart von Ellerbach (1373-1404). r . ■ 
nr \ S. zu dieser Bezeichnung Hegel, Uber Münze und Preise m Augsburg, 
ilugsb. Chrom, II, S. 424. 
3- Rottinanner ist zum letztenmal im Jahre 1471 Zunftmeister gewesen. 
L Zuchtbuch ist diese „Satzung" erst unter 1493 kodifiziert. Vgl. unten 
810,14; der Beschluß kann aber natürlich schon früher gefaßt worden sein.
	        

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