Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Schusterchronik 
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am 211. blatt stet 1 , als nun vil Zunftmeister in solcher Zwietracht, wie 
am 215. blatt stet, [waren] 2 , daß ir etlich aus der statt und etlich in die 
Freiung 2 liefen, da gieng zunftmaister Hertzel zu dem zunftmaister 
Waiblinger, der dazumal alter zunftmaister mit im war 1 , und zu Jerg 
5 Mangolds altem rat, fund fragt], wie er der fachen tun sollt, und hub 
im sein Unschuld für. da sagt zunftmaister Waiblinger: mein zunft 
maister, wann ir also unschuldig seid, so wollt ich ainen rat nit fliechen. 
da sagt zunftmaister Hertzel: ich bin aber mit dem Marx Neumiller 2 an 
der steur gesessen; so hab ich in ainer kürtz verstanden, wie fes mit] des 
io bürgermaisters Schwartzen Handel diebischer und unehrlicher fachen 
halben ftat; so ist mir burgermaister Schwartz sraintlich und günstig 
gewesen, zudem fürcht ich, so ich die fachen gemißt und aim rat soliches 
verhalten fhab], muß ich ain gefar darumb bestehen, und wie mich die 
fach anficht, so will ich mich ain klaine zeit abweg ftun], bis die grau- 
i5 same Handlung villeicht ain andere [21»] gestalt gewinnt, darauf sagt 
zunftmaister Waiblinger: [tut so] in dem namen Gottes, also gieng 
Hertzel gen Lechhausen? und warb an ainen rat herein umb glait. da 
gab im ain rat zu antwurt: wer in hett haissen hinausgehen, der solt 
in haissen wider hereingehn 2 . also blieb er daussen ain gantz jar und 
so arbait daussen und richt sein Handel ins gebürg. und wie das jar ver- 
schinen, da gieng er selbs herein, aber im ward nix darumb gethan, 
er kam nie vor rat» und recht, ain rat ließ die fachen also beleiben. und 
er lebt nach disem Handel [noch] 5 jar", da ward er am Herausziechen 
aus dem gebürg bei Zierl 1 " zu todt geschlagen; ward ain gedechtnus 
25 aufzeucht, der allmechtig Gott wolle uns und im gnedig sein. 
»> in rat. 
1. Die Erzählung des Schwarzschen „Handels" lim Cgm. 4648) ziemlich aus 
führlich S91.211a—219a. 
2. Ausführlicher in der Vorbereitung des Rates gegen Georg Österreicher 
Bl. 137a ff. 
3. In die Freiung zu St. Ulrich. 
4. Anhang II, Nr. 15; demnach war Waiblinger 1478 neuer Zunftmeister. 
5. Anhang I I, Nr. 8 (S. 344). . 
6. Marx Neumiller, Zunftmeister der Zimmerleute. Er wurde mit schwarz 
gefangen lMülich S. 261, 3), aber wieder ausgelassen, wobei man chm „raut uno 
recht verpott" (Mülich S. 261, 13). 
7. Lechhausen, Augsburg gegenüber, auf der bayerischen Seite des Lech, jetzt zum 
Stadtbezirk Augsburg gehörend. 
8. S. unten S.318 Anm. 2. 
9. Das wäre bis 1483. 
10. Zirl westlich von Innsbruck, bei der Martinswand.
	        

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