Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

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Die Augsburger Bürgermeister aus der Weberzunft 
suchte*, ernstlich für ihn eintraten. Als Österreicher sah, daß der Kaiser 
den Rat in Schutz nahm und die Strafe aufrecht erhalten würde, 
wandte er sich im Jahre 1555 unter ausführlicher Darlegung seiner 
Sache und heftigen Ausfällen auf das Augsburger Herrenregiment an 
König Ferdinand und den Reichstag und verlangte eine unparteiische 5 
Untersuchung seines Fallest Der zur Gegenäußerung aufgeforderte 
Rat wies diese Klagen und Angriffe Österreichers in einem langen 
Rechtfertigungsschreiben zurück^ und erreichte, daß seine Supplikation 
abschlägig beschieden und der Supplikant auf den für ihn aussichtslosen 
Rechtsweg verwiesen wurde. Für den Fall, daß Österreicher noch mit 10 
weiteren derarttgen „Schmähschriften" gegen den Rat herausrücke, ließ 
dieser, um zur Abwehr gerüstet zu sein, durch Jäger die von uns schon 
öfter zitierte „Vorbereitung eines erbern Rats der stat Augspurg wider 
die nichtig, auch ongegründet und grob Anklag des Österreichers" ab 
fassen^, die zum guten Teil die „Abschlachtung" und „Brandmarkung" 1- 
Osterreichers und seines „Spießgesellen" Herbrot zum Gegenstände hat. 
Der erstere versuchte noch mancherlei, seine Rehabilitierung zu er 
langen, aber seine Gegner schnitten ihm alle Wege, die dazu hätten 
führen können, ab. Er starb, wie es scheint, im Jahre 1566 oder 1567, 
im Exil. 20 
1. Später machte ihn Ottheinrich zum Pfleger in Lauingen. 
2. Diese Schrift gedruckt in den Augsb. Chroniken VII S. 285 ff. 
3. Gedruckt ebenda S. 294 ff. 
4. Orig, im Augsburger Stadtarchiv. S. zu diesem „Libell" Roth, Augsburger 
Ref.-Gesch. IV S. 536.
	        

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