Volltext : Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

99

oder  Papiere  der  Bombe  losreißen  könnte.  Dieser  Ueberzug  ist  8  bis
10  Millimeter  (ungefähr  4  bis  5  Linien)  dick.  Ist  der  Ueberzug
trocken,  so  legt  man  Lunte  darauf,  und  umhüllt  ihn  dann  mit  Papier, ­
  dem  sogenannten  Mantel;  in  diesen  bringt  man  den  Ausstoß
der  Bombe  und  macht  dann  die  Eommunication  wie  im  vorigen
Paragcaphe.  ,
Da  die  Leuchtbomben  dicker  sind,  als  die  gewöhnlichen  Vom»
ben,  so  muß  man  einen  größern  Mörser  nehmen,  oder  wenn  man
sparsamer  verfahren  will,  die  Bomben  kleiner  machen.
Man  verfertigt  auch  Leucht-Kanonenschlage  (s.  den  Artikel
Kanonenschläge),  und  Kanonenschlage  mit  Zündspule,  die  man  Annonce-Kanonenschlage ­
  nennt.  Diese  werden  ans  Mörsern  geworfen, ­
  wie  die  Bomben.
§.  109.  Mörser.
Die  Mörser  zum  Werfen  der  Feuerwerksbomben  unterscheiden
sich  von  den  Artilleriemörsern  dadurch,  daß  sie  der  Materie  nach  nicht
so  stark  und  auch  nicht  so  massiv  zu  sein  brauchen,  indem  hier  die
Bomben  nicht  so  schwer  sind,  und  die  Ausstöße  auch  nicht  so  stark
wirken.
Fig.  8.  XIX.  ist  ein  Mörser  aus  Holz  oder  Pappe  zum  Werfen ­
  der  Bomben;  es  ist  jedoch  besser,  ihn  von  Kupfer  oder  aus  starkem ­
  Eisenblech  zu  machen.  Fig.  9.  stellt  den  Durchschnitt  davon
im  Profil  dar;  a  ist  das  Profil  des  Fußes,  der  immer  aus  Holz  gemacht ­
  wird;  b  ist  die  halbkugclförmig  ausgehöhlte  Kammer,  welche
den  gleichfalls  halbkugelförmigen  Ausstoß  der  Bombe  (Fig.  7.)  aufnimmt. ­
  Die  Kammer  hat  zu  dem  Ausstöße  dasselbe  Verhältniß,
wie  der  Mörser  zu  der  Bombe,  und  also  ^  mehr  im  Diameter  alS
der  Ausstoß,  c  ist  die  Dicke  der  Pappe,  woraus  man  die  Wand
oder  das  Rohr  des  Mörsers  macht;  in  das  Rohr  tritt  der  Theil  e
des  Fußes;  f  ist  ein  Ring  aus  Pappe  zum  Zusammenhalten  der
Basis  des  Rohres  und  ihr  die  nöthige  Kraft  zum  Widerstände  gegen
den  Ausstoß  zu  geben,  d  ist  der  Durchmesser  des  Mörsers;  die
Höhe  beträgt  das  Dreifache  des  Durchmessers,  die  Kammer  ausgeschlossen. ­
  Soll  der  Mörser  gut  sein,  so  darf  der  Fuß  nicht  bloß  aus
Holz  und  das  Rohr  aus  Pappe  sein;  das  Rohr  würde  so  freilich
einige  Zeit  widerstehen,  aber  bald  abblättern.  Um  diesem  Uebelstande
  vorzubeugen,  macht  man  ein  Rohr  aus  Kupferblätkern,  die
aber  inwendig  vollkommen  zusammenhängen  und  gut  polirt  sein  müssen; ­
  dieses  Rohr  umgibt  man  dann  mit  Pappe,  bis  es  die  gehörige
Dicke  hat.  Ein  Mörser  von  6  Zoll  innern  Durchmesser  muß  2  bis
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.