Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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knetet sie auf dieselbe Weise und eben so dick wie Bcotteig. Diesen 
Teig breitet man in den Rahmen aus von der Dicke der Höhe des 
Rahmens und zerschneidet ihn dann mit einem Messer und Lineale 
erst nach einer Richtung und dann quer, so daß man lauter gleiche 
Enden erhält. 
Auf diese Weise macht man alle Sterne zu Garnituren, so 
wohl im Weißfeuer als Goldregen. Ist der Teig zerschnitten und 
beinahe trocken, so trennt man die einzelnen zerschnittenen Stucke, 
und diese heißen Sterne. Sie dienen zum Garniren aller Arten von 
Feuerwerken, vorzüglich aber der Bomben. Die runden Sterne 
werden mit einer Form (9. I.) gemacht (vergl. römische Kerzen); 
man kann sie auch mit einem Brette von der Dicke der Sterne ma 
chen, in welches man Löcher bohrt, um diese mit dem Teige auszu 
füllen, indessen ist dieses Verfahren nicht so gut, als das mit dem 
Rahmen und der Form. 
§. 115. Serpentosen. 
Es sind dieses kleine Raketen, deren Zweck ist, die schlangenför 
mige Bewegung darzustellen und hernach mit vielem Geräusche zu 
zerplatzen. Man macht sie wie eine gewöhnliche Rakete. Soll die 
schlangenförmige Bewegung sehr rasch sein, so ladet man sie nur 
halb mit der Compositivn auf einem Dorne, der ^ von der Lange der 
Patrone zur Höhe hat, und füllt das Uebrige mit Pulver. Dieses 
Pulver wird auf dieselbe Weise eingebracht, wie bei den Farzraketen 
gesagt ist. Ist das Pulver eingebracht, so füllt man Holzsagespane 
darauf, die man tüchtig stampft; hierauf schnürt man die Patrone 
mit der eisernen Schnürmaschine (12. IV.). Jede Schnürung wird 
gebunden, um der Kraft des Pulvers mehr Widerstand zu leisten. 
Gewöhnlich hat die Patrone die Lange einer Spielkarte; da jedoch 
eine einzige Karte nicht hinreicht, um eine tüchtige Erplosion zu be 
wirken, so rollt nanu noch eine zweite um die erste; das Ganze wird 
mit einem Papicrstreifen bedeckt, der zwei bis drei Mal umge 
wickelt wird. 
Sind die Serpentosen gefüllt und an beiden Enden geschnürt, 
so ködert man sie, wie die fliegenden Raketen, an dem Ende des 
Dorns. 
§. 116. Schwärmer und Schwärmermasse. 
Die Schwärmer unterscheiden sich von den Serpentosen nur 
durch ihr Ealiber. 
Schwarmermasse nennt man die Serpentose, deren Patrone
	        

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