Volltext: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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§, 118. Saxons oder aufsteigende und niedersteigende 
bewegliche Sonnen. 
Die Saxons sind Raketen, welche entweder auf einer Axe be 
festigt sind, oder durch die Luft fliegen. Die letztere Art dient zur 
Garnitur der Feuertöpfe und fliegenden Raketen; die erstere Art 
Wird in Landfeuerwerken angewendet (s. den Artikel: Mosaik). 
Was die erstern betrifft, so macht man sie auf folgende Art: 
man nimmt eine Patrone, die man wie zu den Fixsternen aus 
schlägt; hierauf ladet man sie mit der Composition zum drcbenden 
Brillantfeuer, oder mit einer andern, wenn sie nur zu dem verlang 
ten Zwecke die gehörige Stärke hat; man ladet jedoch nicht zu viel 
Composition ein, damit die Sonne nicht zur Erde zurückgelangen 
könne; durch einen einzigen Versuch überzeugt man sich von dem 
richtigen Verhältnisse. Man ladet solchergestalt nach gemachter 
Probe deren mehrere und schlägt sie an dem letztem Ende der Pa 
trone mit Thon aus. Zwischen dem Thone und der Composition 
bohrt man ein Loch ein in den Verhältnissen für den Dorn der Pa 
trone, bringt in dieses Loch eine Lunte und ködert sie dann. Diese 
Raketenart kann man zu allen Garnituren anwenden, wo sie immer 
einen sebr angenehmen Effect geben. 
Damit der Saxon platze, ehe er auf die Erde zurückfällt, bringt 
man Pulver hinein, wie bei den Farzsternen. Es ist dies das ge 
wöhnlichste Verfahren. 
Soll der Saxon eine kleine rokirende Sonne, die in der Lust 
aus einer Rakete herauskommt, vorstellen, so endigt man die La 
dung nicht auf die obige Weise, sondern man verdoppelt sie und 
schlägt darauf das zweite Ende der Patrone mit Thon aus. Dann 
macht man an jedem Ende auf gegenüberstehende Seiten ein Loch, 
wie man die Seitenlöcher der Tafelraketen (10. XX.) macht, ködert 
und communicirt sie, wie bei den Taselraketen, dergestalt, daß beide 
Löcher zu gleicher Zeit Feuer fassen. Diese letztere Art von Saxons 
gibt einen viel schönern Effect, als die erstere, weil der Saxon mit 
einem einfachen Loche nur eine schlangenförmige Bewegung hat, 
während letztere vollkommen einen aus dem Himmelsgewölbe nieder 
fallenden Feuerwirbel darstellt. Der Saxon mit zwei Löchern muß 
nothwendig länger sein, als die erstere Act (10. XX.). 
§. 119. Kanonenschläge. 
Sie bestehen aus einer Pappschachtel, cylindrisch oder cubikför- 
m!g gestaltet, in welche man körniges Pulver thut, und sie dam auf 
ihrer ganzen Oberfläche mit Bindfaden umgibt.
	        

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