Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Fig. 4. XIX. stellt einen solchen fertigen Kanonenschlag dar, 
in welchen man nur noch ein Loch für die Lunte zu bohren hat, um 
ihn zu sprengen. Ein solcher Kanonenschlag heißt ein runder. Um 
ihn zu verfertigen, nimmt man ein Rollholz (2. II.) oder einen Cy 
linder, formt auf diesem eine Patrone durch zwei Umläufe von Pa 
pier, laßt aber das Papier an jedem Ende des Cylinders um den gan 
zen Durchmesser desselben vorstehen. Ehe man den Cylinder her 
auszieht, versieht man das eine Ende der Patrone mit einem Bo 
denstücke, wie im Artikel: Lanzenfeuer gelehrt ist; dann füllt 
man die Patrone mit körnigem Pulver, und schlägt auch das andere 
Ende aus. Hierauf umgibt man ihn mit Bindfaden und zwar zu 
erst in zwei kreuzweisen Umwickelungen, dann in zwei andern, welche 
die ganze Schachtel bedecken, und nun noch in einer letzten um den 
Umfang des Cylinders. Dann taucht man ihn in Tischlerleim, da 
mit die Bindfadenlagen festhalten. Ist der Leim gut getrocknet, so 
bohrt man ein Loch in eine Seite des Kanonenschlages, was bis in 
das Pulver gehen muß, steckt in dieses Loch eine Lunte, welche das 
Pulver entzündet und den Kanonenschlag sprengt. 
Die zweite Art von Kanonenschlägen hat denselben Effect und 
wird auf dieselbe Weise bereitet, mit dem Unterschiede, daß man sich 
einer vierkantigen Form bedient, oder daß man ein Stück Papier in 
lauter gleiche Quadrate theilt (5. XIX.); die punkticten Linien in 
der Figur zeigen die Stellen, wo das Papier eingeschnitten werden 
muß. 
Wendet man letzteres Verfahren an, so bedarf man keiner Form, 
man schlagt das Papier zusammen und erhält so einen regulären 
Cubus. Uebrigens ist der runde Kanonenschlag leichter zu machen 
und hat einen eben so starken Effect. 
Man macht auch noch Kanonenschläge, die leuchten; da sie aus 
Feuertöpfen in die Höhe geworfen werden, so müssen sie rund sein. 
Man überzieht zu diesem Zwecke die fertigen Kanonenschlage mit 
derselben Komposition, wie die Leuchtbomben (s. diesen Artikel). 
§. 120. Luftkanonenschläge. 
Sie erheben sich in die Luft und platzen da, wie eine Bombe (s. 
diesen Artikel). Diese Art von Kanonenschläge sind eine Erfin 
dung meines Vaters zum Zwecke einer Darstellung des Mitlagsau 
genblickes für die benachbarten Theile des königlichen Treibgartens 
in Paris. Vor. der Revolution hatten nämlich die Administratoren 
dieses. Gartens in dem noch vorhandenen Labyrinthe einen Meridian 
mit einem Vrennspiegel aufgestellt, welcher, wenn die Sonne schien,
	        

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