Volltext : Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Unstreitig  sind  Feuerwerksstücke  sehr  gefährlich  an  einem  Ballon, ­
  mit  dem  man  eine  Luftschifffahrt  machen  will;  ich  habe  die
Schwierigkeiten  dabei  bei  mehr  als  einer  Gelegenheit  bemerken
müssen.  Ich  will  damit  nicht  behaupten,  daß  die  Gefahren  einer
solchen  Verbindung  für  einen  klugen  und  vorsichtigen  Luftschiffer
unüberwindlich  sind;  allein  Madame  Blanchard  dachte  leider  an
diese  Gefahren  gar  nicht;  ihre  Kühnheit  war  mehr,  als  die  Kühnheit
eines  Weibes;  sie  ist  auch  die  Einzige  gewesen,  die  eine  solche  Auffahrt, ­
  welche  gegenwärtig  von  Seiten  der  Polizei  verboten  ist,  gemacht ­
  hat.  Hat  man  ein  an  sich  fürchterliches  und  grausenhastes
Schauspiel  nicht  zu  bedauern,  so  ist  cs  das  Weib,  was  mit  Anstand
ein  Geschäft  trieb,  das  in  sich  wenig  Reiz  hat,  gewiß  zu  betrauern,
und  ihre  Freunde  werden  nie  aufhören,  dieses  zu  thun.
Man  kann  auch  noch  andere  arostatische  Feuerwerksstücke
machen,  doch  muß  es  der  Einsicht  eines  Jeden  überlassen  bleiben,
diese  seinem  Gutdünken  nach  zusammenzusetzen.

Abschnitt  IV.
Theaterfeuerwerke.
§.  143.  Bemerkung  über  die  Theaterfeuer.
§)ie  eigentlich  sogenannten  Theaterfeuerwerke  dienen  zur  Nachahmung ­
  von  Effecten,  die  man  auf  keine  andere  Weise  darzustellen
vermag.  Lange  Zeit  hat  man  es  für  gefährlich  gehalten,  Feuer  auf
die  Bühne  zu  bringen;  deshalb  ist  denn  auch  dieser  Theil  unserer
Kunst  von  den  ersten  Feuerwerker»  vernachlässigt  worden,  trotz  der
glücklichen  Erfolge,  die  mein  Vater  und  Onkel  bei  ihrer  Ankunft  in
Paris,  im  Jahre  1731,  darin  erhielten.  Ein  Feuerregen,  den  man
in  der  Oper  Jafoy  von  Rousseau  zu  Fontainebleau  in  Gegenwart
des  Königs  anbrachte,  leitete  die  Aufmerksamkeit  auf  diesen  Zweig,
und  man  begnügte  sich  lange  Zell  mit  diesem  Feuerregen  in  Stücken,
wo  Brände  dargestellt  werden  mußten,  weil  das  Publikum  aus  Besorgniß
  für  seine  eigene  Sicherheit  weiter  nichts  haben  mochte,  obgleich ­
  man  fest  behaupten  kann,  daß  durch  die  Tbeaterfeuerwerke
noch  nirgends  ein  Unglück  passirt  ist.  Allein  das  Stück  von  Dcsforges
  (s.  §.  67.)  beruhigte  das  pariser  Publikum  übet  diese  Furcht
so  sehr,  daß  es  seitdem  an  den  Theaterfeuerwerken  einen  ganz  vorzüglichen ­
  Gefallen  zu  finden  schien.
            
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