Volltext : Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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nen.  Ihr  Nutzen  besteht  darin,  daß  man  sie  aus  einem  Verstecke
auf  die  doppelte  Schußweite  eines  Gewehres  schleudern  kann.  Man
kann  sich  ihrer  jedoch  nur  bei  Landschlachten  bedienen.
§.  162.  Römische  Brandkerzen.
Man  schmelzt  Stern-Composition  bei  einem  schwachen  Feuer
ohne  Zuthun  von  Flüssigkeit  in  einem  irdenen  Tiegel.  Sobald  die
Masse  anfangt  zu  rauchen,  nimmt  man  sie  mit  der  möglichsten  Geschwindigkeit ­
  vom  Feuer,  ohne  sie  jedoch  umzurühren,  denn  dann
würde  st-  anfangen  zu  brennen  und  unlöschbar  sein.  Aus  dieser
nun  flüssigen  Masse  formt  man  Sterne  mit  der  Form  (s.  die  römischen ­
  Kerzen  tz.  112.  und  die  Sterne  §.  114.).  Die  Sterne  müssen
in  der  Mitte  durchbohrt  werden,  um  einen  Docht  aufzunehmen,  der
bis  zum  Ausstöße  reicht,  damit  sie  sich  anbrennen.  Zur  Durchbohrung ­
  der  Sterne  bringt  man  an  dem  Ende  a  der  Form  (9.1.)
eine  eiserne  Spitze  an  (vergl.  die  römischen  Kerzen).
Die  Sterne  müssen  sehr  stark  sein,  und  der  Ausstoß  wird  verdoppelt, ­
  damit  sie  eine  große  Schußweite  bekommen  und  den  anzuzündenden ­
  Gegenstand  treffen.  Die  Patronen  müssen,  wenn  nicht
aus  dickerem,  doch  aus  stärkerem  Papier  gemacht  werden.
Vorzüglich  angewendet  werden  sie  gegen  Schiffe.  Man  kann
auch  römische  Mordkerzen  machen,  indem  man  statt  der  Sterne
Kugeln,  wie  Flintenkugeln,  nimmt,  die  dann  natürlich  nicht  durchbohrt ­
  zu  sein  brauchen,  weil  sie  nicht  aus  brennbaren  Stoffen  bestehen. ­

§.  163.  Mord  -  Kanonenschläge.
Man  nimmt  hierzu  einen  geköderten  Kanonenschlag  (4.  XIX.),
und  befestigt  an  dem  Dochte  eine  kleine  der  Zündspule  bei  den
Bomben  ähnliche  Rakete,  sehr  fest,  dann  durchbohrt  man  Flintenkugeln
  mit  einem  Bohrer  und  befestigt  diese  um  den  Kanonenschlag,
den  man  in  einen  Teig  auS  Tischlerleim  und  spanischer  Kreide  taucht
(ein  Stück  Kreide  auf  1§  Pfund  Leim).  Ist  der  Ueberzug  getrocknet, ­
  so  bringt  man  den  Ausstoß  an  und  communicirt  diesen  mit  der
Zündspule,  wie  bei  den  Bomben;  man  wirft  sie  aus  einem  Mörser
von  nöthigem  Ealiber  (§.  120.).
Man  bedient  sich  dieser  Kanonenschläge  auch  noch,  indem  man
Bomben  damit  garnirt,  und  in  diesem  Falle  bedürfen  die  Kanonenschläge ­
  keines  Ausstoßes.
§.  164.  Brandbomben.
Man  schmelzt  dazu:  1)  drei  Theile  Schwefel,  2)  einen  Theil
            
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