Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

Isis -I- •♦ ‘,<f.ftfJÜi JljfriifittJ^ kl 
133 
Baumharz, 3) zwei Theile Salpeter, und 4) ein Vierteltheil Un- 
schlitt; haben sich die vier Ingredienzien wohl mit einander vermischt, 
so nimmt man sie vom Feuer, und thut zwei Theile Pulvermehl 
hinzu, bringt sie dann auf das Feuer zurück, damit sie nicht geste 
hen, und taucht Werg hinein, womit man einen starken Kanonen- 
schtag überzieht. Dieser hat eine Zündspule, die lange genug brennt, 
damit sich die Cvmposition vollständig entzünden könne, während der 
Kanonenschlag oder die Bombe den Weg von dem Mörser bis zu 
dem bestimmten Platze durchfliegt. 
Das Feuer dieser Bomben ist unlöschbar; fällt eine auf ein 
Strohdach oder ein Schiff, so verbrennt sie diese. Ueber die Art, 
wie der Ausstoß angebracht wird, sehe man den Artikel der Lust- 
und Mord-Kanonenschläge. 
§. 165. Kanonenlunte. 
Für diese brauche ich nur auf (§. 48. und 49.) zu verweisen, 
wo man alles Nöthige findet. 
§. 166. Kanonenlanzen. 
Sie werden auf dieselbe Weise geladen wie die Dienstlanzen; 
gewöhnlich haben sie 11 Millimeter (5 Linien) innern Durchmesser 
und sind 33 Zentimeter (1 Fuß) lang (siehe die Compositionstafel 
und vergleiche §. 63.). 
§. 167. Kanonen-Stoppine. 
Sie ist der Köder oder der Docht, womit man das Feuer dem 
Pulver der Kanone mittheilt (s. §. 153.). 
§. 168. Gemisch zum Bombenfüllen. 
Man bringt in einen Kessel über mäßigem Feuer, 16 Theile 
Schwefel. Sind diese geschmolzen, so schmelzt man 4 Theile Sal 
peter hinzu, und rührt beide Körper tüchtig durch einander. Dann 
thut man 4 Theile Pulvcrmehl, aber nicht auf einmal, sondern 
nach und nach hinzu. Ist die Masse wohl gemischt, so nimmt man 
sie vom Feuer, damit sie sich nicht entzünde. Jetzt thut man noch 
drei Theile körniges Pulver nach, und läßt die Komposition kalt wer 
den, indem man sie ausbreitet oder in ein anderes Gefäß schüttet. 
Man kann auch noch 1 Theil Unschlitt und j Theil Terpen 
tinöl zusetzen und mit den übrigen Stoffen zusammenschmelzen. 
Ist die Composition dick geworden, so formt man daraus einen 
einzigen Körper und zerschlägt diesen in Stücke, die man dann in
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.