Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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ist. Er gibt eine grüne, aber blasse Farbe, well der ln allen Strah 
lenfeuern vorherrschende Salpeter, wie schon gesagt, immer die Farbe 
des Feuers der mit ihm verbundenen Materien schwächt. 
§. 18. Kampher. 
Der Kampher ist ein Harz, welches dem Steinsalpeter sehr 
gleicht, aber weißer ist; man erhalt ihn aus Asten und vorzüglich auf 
der Insel Borneo. Er ist sehr flüchtig und entzündet stch leicht, 
wobei er einen nicht unangenehmen Dampf gibt. Sein Effect be 
steht in einer sehr weißen Flamme, die man jedoch leichter durch 
Salpeter und Schwefel hervorbringt. Er ist theuer und man be 
dient stch seiner selten, außer zu Kriegs- und wohlriechenden Feuern; 
man bereitet daraus Räucherkerzen. 
Man muß ihn vor Feuchtigkeit schützen, well diese ihn auflö 
set; man kann ihn nur mit einem gleichen Volumen von Schwefel 
oder Salpeter stampfen; auch darf man ihn in Verbindung mit letz- 
tcrm nicht lange aufbewahren, weil der Salpeter immer Feuchtigkei 
ten behalt. 
Man zerstampft ihn auch wohl, nachdem man etwas Wein 
geist auf ihn gegossen hat, und dann bedarf cs zu dieser Operation 
weder des Schwefels noch des Salpeters. 
§. 19. Lycopodium (Kolbenmoos, Hexenmehl). 
Das Lycopodium ist ein Staubmehl von gelbweißer Farbe; 
man findet es in mittäglichen trockenen Gegenden, und es bildet sich 
als Moos auf einer Pflanze, der sogenannten Wolfsklaue. Man 
wendet es in der Medicin an; sehr selten gebraucht es der Feuer 
werker bei Belustigungsfeuern; es bringt eine rosenrothe Farbe her 
vor. Es wird in Theatern angewendet, um Blitze darzustellen, so 
wie auch zur Garnitur der Fackeln der Furien, wo es eine vortreff 
liche Flamme gibt. (Vergleiche den Abschnitt: Theaterfeuer.) 
§. 20. Kupfervitriol. 
Das Kupfervitriol ist ein Neutralsalz, gebildet durch das in 
nige Zusammentreffen von Schwefelsaure und Kupfer. Die Schwe 
felsaure muß dabei auf heißem Wege angewendet werden, wenn sie 
Kupfervitriol erzeugen soll. Es hat einen sehr starken Geschymck; 
cs bildet sich natürlich in Kupferminen, und die Natur bedient stch 
zu seiner Bildung gleichfalls der beiden Mittel, der Schwefelsaure 
und des Kupfers. 
Feuerwerker. n
	        

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