Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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fällt man sie nur mit einer Composition aus entzündlichen Materien, 
«egen ihres Effectes heißt die Rakete auch Wurffeuer. 
Bereitungsart der Patronen. 
Zuerst wird die Pappe eingerichtet, d. h. in der Höhe abge 
schnitten. welche diePatrone haben soll; dabei muß sie so lang sein, um 
der Patrone die nöthige Dicke geben zu können. Jede Patrone muß 
-J ihres innern Durchmessers dick sein. Man formt nun die Pa 
trone, indem man sie auf den Formstab aufwickelt (10. Hl.). Zu 
einer guten Patrone muß die Pappe durchgehends geleimt werden; 
manche Feuerwerker leimen nur Len letzten Umgang, allein diese 
Methode ist schlecht, weil die Patrone lange nicht so stark wird und 
wegen der Höhlungen zwischen jedem einzelnen Umgänge viel eher 
zerreißen kann. Man breitet die zu der Patrone zugeschnittene 
Pappe auf einen Tisch aus, bestreicht sie dann mit Kleister und rollt 
sie auf. Ist die ganze Pappe um den Cylinder aufgewickelt, so 
nimmt man den Formhobel, setzt ihn auf die Patrone und rollt diese 
dann so lange, bis alle Fugen zwischen den einzelnen Umgängen so 
fest verschlossen sind, daß keine Luft eindringen kann. Darauf zieht 
man die Form heraus, und schnürt dann die Patrone. 
Methode, die Patrone zu schnüren. 
Ist die Patrone geformt, so schneidet man an beiden Enden 
die Formnähte, und begibt sich dann zu der Schnürmaschine (4.1.). 
Man schlägt den Schnürfaden einmal um das Ende der Patrone 
in der Höhe eines innern Durchmessers, setzt dann den Fuß auf das 
Pedal x, und während man zutritt, dreht man die Patrone in dem 
Schnürfaden auf und ab, um sie gleichförmig zu schnüren. In das 
zu schnürende Ende steckt man einen Caliberstock; dieser geht nur 
um die Hälfte eines innern Durchmessers in die Patrone hinein, 
also nur 6 Linien weit, wenn der innere Durchmesser einen Zoll be 
trägt, damit das geschnürte Ende die Form eines Käppchens erhalte. 
Den Schnürfaden muß man mit trocknec Seife einreihen, damit er 
die Patrone nicht aufreiße. Ist die Patrone geschnürt, so bindet 
man um die Kehle einen Bindfaden, damit sie sich während des 
Trocknens nicht öffne. 
Man hat auch Patronen, die man nicht zu schnüren braucht; 
wir werden davon später reden. 
Die Patronen der Feuerlanzen und Schwärmer werden eben 
so geformt; die Lanzenpatronen macht man jedoch in der Regel aus 
Papier und gießt sie wie die Musketenpatroncn (s. den Artikel: 
Fcuerlanzen).
	        

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