Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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keit an eine und dieselbe Säulenordnung, an eine vollkommene Re- 
gelmäßigkeik und strenge Genauigkeit zu halten; es würde sehr schwer 
sein, alle Zierrathen einer jonischen Säule, die schmalen Leisten, 
Sparrenköpfe, die Stäbchen u. s. w. darzustellen. Dazu müßte die 
Decoralion die Größe haben, wie die Gegenstände in der Wirklichkeit 
besitzen, und vielleicht gelänge sie auch dann noch nicht» denn nähern 
sich die Linien über den gewöhnlichen Abstand der Lanzen von 4 bis 
5 Zoll, so fließen sie in einander und geben nur noch eine Feuermasse. 
Ich will hier eine Idee von den Regeln geben, die der Feuerwerker 
zu befolgen hat, und die Weise mittheilen, wie er mit Ueberlegung 
von den Gesetzen der Baukunst abweiche, indem er die verschiedenen 
Zierrathen, die das Feuer nicht darzustellen !m Stande ist uyd die 
deshalb der Schönheit des Feuerwerkes nur schaden würden, fortlaßt. 
Architektonische Regeln für den Feuerwerker. 
Modul heißt in der Baukunst der Halbmesser einer Säule; 
hat also eine Säule 2 Fuß im Durchmesser, so betragt der Modul 
1 Fuß; nach dem Modul wird alles Andere gemessen. 
Wir nehmen nun eine joniiche Säule an, geben dieser 18mal 
den Modul oder 9mal den Durchmesser zur Höhe, Base und Kapi 
tal mit einbegriffen. Ist also unser Modul 1 Fuß, so wird die 
Säule 18 Fuß hoch. Um der Säule Eleganz zu geben, verjüngen 
wir sie oben um f. 
Die Base (3. X.) ist der Theil, auf welchem die Säule oder 
der Säulenschaft ruht. Ihre Höhe beträgt 1 Modul; die Ränder 
springen um ^ des Durchmessers oder T 7 ¥ des Modul vor. 
Das Kapital (2. X.) liegt auf dem Schafte, a ist die Schnecke. 
Man dessinirt das Profil davon nur leicht hin, ohne alle Umläufe 
derselben darstellen zu wollen. Das Kapital hat die Höhe der Base. 
Die Unterlage oder das Piedessal (4. X.) besteht, wie die 
Säule selbst, aus drei Theilen. Der erste Theil ist die Base, die 
auf dem Boden liegt, wenn man nicht etwa einen Untersatz anwen 
det. Der zweite ist der Würfel, welcher den Körper des Fußgestel 
les abgibt, und der dritte ist der Kranz oder Karnieß. Das Piede- 
stal hat zur Höhe den dritten Theil der Säule; die Breite desselben 
tritt rund um den Säulenschaft um ■§£ vor. Man kann auch statt 
des Piedestals eine bloße Grundmauer nehmen; diese darf aber höch 
stens f der Höhe der Säule hoch sein. 
Der Untersatz oder Sockel hat keine bestimmte Höhe. Auch 
er wird statt des Piedestals angewendet, vorzüglich da, wo das Ge 
bäude wegen seiner geringern Höhe letztere nicht zuläßt. 
In eine Säulenfa?ade von paarer Anzahl kann man zwischen
	        

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