Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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meter 3 Fuß lang, das Rad hat vier Speichen und zwei Ringe, auf 
welchen die schiefgestellten Raketen befestigt sind. Diese Ringe wer 
den aus Holz wie die Siebcinge gemacht. Man spaltet sic mit dem 
Streichmodel, setzt den zweiten Ring auf die Enden der Speichen, 
und den innern Ring auf die Speichen selbst, indem man Ring und 
Speichen halb ausschneidet. Der letztere Ring gibt dem Rade vor 
züglich eine große Festigkeit. 
Man kann die Holzwerke zu den Feuerwerken auf sehr ver 
schiedene Arten verfertigen; wir können diese nur kurz angeben, weil 
wir uns sonst zu tief in die Drechsler- und Tischlerkunst einlassen 
müßten. Wer in beiden nicht so weit bewandert ist, kann sich Raths 
erholen aus dem Werke des Abtes Rollet, worin die Principien bei 
der sehr gut aus einander gesetzt sind, und welches noch immer der 
Beachtung werth ist. 
§. 70. Gitterförmige Räder. 
Gitterförmig heißen die Feuerwerke, welche rotsten und sich da 
bei schneiden (2. XIV.). Das Rad (10. XI.) paßt am besten zu 
diesen pyrischen Dessins; man muß deren zwei haben, die man mit 
der Rückseite gegen einander auf eine Axe steckt, die lang genug ist, 
um beide aufnehmen zu können. Sie müssen mit der Rückseite ge 
gen einander gestellt werden, weil beide auf dieselbe Weise construirt 
sein sollen, und weil sie sich nach entgegengesetzten Richtungen um 
drehen müssen, damit die Feuerstrahlen sich schneiden (2. XIV.). 
§. 71. Windmühlenflügel. 
Die gewöhnlichen Mühlenflügel stellen diese Dessins, nur nicht 
in Feuer dar. Man nimmt dazu ein rudersörmig ausgeschnittenes 
dünnes Brett (8. u. 9. XI.). F!g. 9. ist ein solcher halber Flügel, 
und zeigt zugleich, wie die Raketen darauf angeordnet werden müs 
sen. Auf solche Weise ordnet man sie bei allen Stücken von gleicher 
Form, mögen sich diese um einen Zapfen, oder um eine Axe drehen. 
Der Flügel tragt die Raketen; man kann diesen dieselbe Neigung 
geben, wie dem vorhergehenden Rade, und so viele Raketen anbrin 
gen, als man will. Faßt das Brett auf der einen Seite nicht ge 
nug Raketen, so bringt man noch auf der Rückseite Raketen an, und 
sorgt nur dafür, daß die zweite der Rückseite mit der ersten der Vor 
derseite und mit der dritten der Vorderseite communicirt u. s. w., so 
daß das Feuer nicht auf derselben Seite bleibt, sondern immer von 
einer Seite auf die andere springt. Viele Feuerwerker folgen dieser
	        

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