Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

einander wechseln lassen (§. 80.); die Räder können mit zwei Feuern 
gehen, mit drei Feuern ist jedoch der Effect besser. 
Man vergesse nicht, daß diese Räder, wie man auch das Feuer 
gewählt haben mag, in Gemeinschaft mit einander umlaufen müs 
sen; deshalb müssen sie dieselben Feuer und dieselben Wechsel haben 
und diese sich gleichzeitig schließen. Alle diese kleinen Effecte sind 
nur Präliminarien und bereiten nur schrittweise zu dem großen schla 
genden Effecte vor. Dieser letzte und große Effect endlich ist fol 
gender: 
Man macht ein Gestell oder einen Rahmen in der Form eines 
regulären Achteckes; dieser Rahmen hat zum wenigsten 14 bis 16 
Fuß Durchmesser (bei meinen Ausführungen dieser Stückes im Ti 
voli betrug der Durchmesser 18 Fuß). Auf die Mitte der acht Sei 
ten dieses Octogons bringt man acht Arten von rotireiidcn Rädern 
(2. XXIV.), und sorgt dafür, daß die Schwärmer nicht zu schräg 
aufgestellt sind, damit die Räder die Rose <3. VII. oder 2. XXIV.) 
gut darstellen. Nachdem diese acht Räder gut angebracht sind, so 
daß sie leicht um ihre Axe rotiren, bringt man in die acht Ecken des 
Octogons acht doppelte Ganssüße (5. XXIV.), die man besser mit 
dem Namen kleine Palmblätter oder doppelte Palmblät 
ter belegt hätte. Diese liegen dann jedesmal zwischen zwei Rädern, 
so wie jedes Rad zwischen zwei Gansfüßen. 
Letztere müssen 1 Meter oder 3 Fuß lang oder einer von dem 
andern entfernt sein, und die Räder 31 Centimetec oder 1 Fuß. Die 
Räder haben der bequemen Aufstellung wegen fünf Speichen, und 
auf diese setzt man die Schwärmer schief auf (2. XXIV.), und zwar, 
wie schon oben gesagt, nicht zu rechtwinklig, damit die Räder hin 
länglich rotiren, und auch nicht zu schräg, damit die Feuer nicht zu 
stark rotiren und die Rose (3. VII.) gut darstellen. 
Man übersehe nicht, daß die acht doppelten Gansfüße und die 
acht Räder in Vereinigung mit einander zu gleicher Zeit gehen. 
Die Schwärmer zu den Gansfüßen sind mit gewöhnlichem fe 
sten Brillantfeuer, die Räder oder Rosen mit festem, aber sehr fei 
nem Brillantfeuer geladen. Damit schließt sich das Stück; so oft 
es im Tivoli ausgeführt worden ist, hat es nie seine Wirkung ver 
fehlt, sondern jedesmal Staunen und Verwunderung erregt. 
Ich darf wohl kaum bemerken, daß dieses Stück auf einer gro 
ßen und starken Sohle mit zwei Ständern (5. XVII.) aufgerichtet 
werden muß, wie das Stück des vorigen Paragraphs. Ich habe 
noch manches andere Stück bereitet, was hier nicht beschrieben wer- 
Feuerwerker. ' e
	        

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