Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Die Prasselcaprice verlangt von allen di« meiste Festigkeit. 
Man nimmt zu ihr einen hölzernen Deckel von einem Fuße Durch 
messer und einem Zolle Dicke. Man bohrt von oben der Ordnung 
nach so viele Schraubenlöcher ein, als man Feuertöpse anbringen 
will, und diese werden in die Löcher eingeschraubt (s. den Artikel: 
Feuertöpse'). Unter dem Deckel wird eine etwas lange Nabe ange< 
bracht, damit der Zapfen, auf dem die Caprice horizontal rotiren soll, 
die Nabe in vertikaler Richtung zu erhalten vermag. Am Rande 
des Deckels oder der Scheibe werden Takel zurAufnahme der Schwär 
mer angebracht, welche die Caprice in Bewegung setzen. Sind diese 
Schwärmer befestigt, so communicirt man sie dergestalt, daß bei je 
dem Wechsel das Feuer zu einem der Töpfe gelange, welche auf der 
Scheibe stehen. Uebung und Umsicht lehren diese Communication 
besser, als jede Beschreibung. Man fügt den Prasselcapricen auch 
noch römische Kerzen oder Garben mit chinesischem Feuer hinzu. 
Man verfertigt noch eine andere Art von Prasselcapricen, die 
sogenannten Pasteten. Da sie mit mehr Feuerwerk geladen wer 
den, als die vorigen, so reicht ein einziger Schwärmer zur Mitthei 
lung der Rotation nicht hin. sondern man muß deren zwei, drei, vier 
und mitunter noch mehr nehmen; ihre Anzahl richtet sich nach dem 
Gewichte des Stückes; man garnirt sie immer wie das vorige Stück, 
Und fügt ihnen oft selbst fliegende Raketen bei. Die Garben ma 
chen einen sehr angenehmen Effect, wenn man das Takel ein wenig 
abwärts neigt, statt es genau gerade zu stellen. Es darf wohl nicht 
bemerkt werden, daß die Schwärmer zur Rotation nur dann ihre 
ganze Kraft haben, wenn sie horizontal gestellt werden. 
§. 85. Girandolen oder Armleuchter. 
Sie gehören gleichfalls zu den Capricen. Die einfache Caprice 
mit nur einem Kreisringe hat auch nur ein Feuer und eine einzige 
Reihe von Schwärmern; die Girandolen dagegen haben zwei bis 
drei Zonen oder Kreisringe mit Schwärmern (3. XV.). Der Name 
Girandole rührt daher, weil sie mit den mehrarmigen Armleuchtern, 
denen man diesen Namen gibt, sehr viele Achnlichkeit haben. 
§. 86. Spiralen. 
Die Spiralen s4. XIV.) sind kleine Stücke, die nach der Act, 
wie M4N sie anwendezi will, auf einem Zapfen-oder einer Axe roti 
ren. Sie haben die Form eines Kegels 'lZuckrrhutes), um welchen 
man von unten nach ,oben oder von, oben nach unten einen Faden 
spiralförmig aufwickelt (4. XIV. und 3. XXyill. I?.).
	        

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