Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

gesetzten Bewegungen der Kugel und Hemisphäre zu geben; man 
erlaubt mir deshalb wohl eine freilich sehr triviale Vergleichung. Die 
Hemisphäre dreht sich wie der Kreisel; die Kugel, deren Axe auf 
dem Rande der Hemisphäre ruht, hat also gleichfalls diese Bewe 
gung; sie hat aber auch noch eine davon ganz verschiedene in der 
Richtung eines um eine Axe rotirenden Stückes. Diese beiden» 
oder vielmehr diese drei Bewegungen geben dem Auge einen sehr an 
genehmen Anblick. 
Ich habe den Effect dieses Stückes noch durch vier kleine Ku 
geln vermehrt, welche die Bewegung der Gestirne versinnlichen, in 
dem sie sich um die große Kugel und nach verschiedenen Richtungen 
umlaufen. Diese Kugeln ruhen auf Flügeln; der untere Flügel 
trägt zwei solche Kugeln, der obere gleichfalls zwei; letztere sind et 
was weniger stark, so wie auch ihr Flügel etwas kürzer ist. Sie 
rotiren beide auf demselben Zapfen, aber nach entgegengesetzten Rich 
tungen, so daß die Kugeln Kreise nach entgegengesetzten Richtungen 
zu durchlaufen scheinen. 
§, 88. Kugel. 
Sie ist ein sehr angenehmes Stück, besonders bei Privatlust 
barkeiten, und hat einen auffallenden Effect. 
Sie wird aus Korbweiden geflochten und mit Blech oder Pa 
pier überzogen (3. XVI.). Sie muß sich auf einem Zapfen drehen 
und in vier oder sechs Theile abgetheilt sein; jeder solcher Theil wird 
von richtig ausgeschnittenen Holzstücken begrenzt, welche die Weiden 
in ihrer Lage erhalten. Diese Theile haben die Form von Melonen 
schnitten und vereinigen sich in a vermittelst Haken, die in Ring« 
eingreifen, die auf einem Vierecke oder Sechsecke je nach der Zahl 
der Theile der Kugel befestigt sind. Durch dieses Viereck geht der 
Zapfen, um die Kugel am entgegengesetzten Pole zu tragen. Der 
Theil b ruht aus dem Zapfen, und wird zusammengehalten durch ei 
nen Faden, den man durch das Loch in der Mitte eines Schwär 
mers zieht. Verbrennt nun dieser Schwärmer den Vereinigungsfa 
den, so theilen sich die Theile der Kugel, fallen aus einander und stel 
len in dem Transparente irgend einer Devise vor, die man auf dem 
Zapfen der Kugel befestigt. 
Da die Kugel erst rotiren muß, ehe sie sich theilt, so bringt man 
auf jedem Theile oder Abschnitte derselben Takel an, welche horizon 
tale Schwärmer aufnehmen. Der letzte dieser Schwärmer commu« 
nicirt mit dem Schwärmer, der den Faden verbrennen muß.
	        

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