Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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hat einen Zapfen, der an beiden Seiten durch Schließbleche gehalten 
wird, zwischen welchen der vernietete Zapfen sich dreht, so daß er 
nicht entweichen und doch leicht rotiren kann. Hat das Rad einige 
Wechsel auf dem Zapfen gemacht, so bringt man das Feuer mittelst 
der pyrischcn Passage zu einem Schwärmer oder irgend einer andern 
Materie, wenn diese nur den Zweck erfüllt. 
Dieser Schwärmer nämlich hält das Charnier geschlossen, mit 
telst eines diametral durchgehenden Fadens, wie bei der Kugel (§. 
88.). Wird der Faden §on dem Schwärmer abgebrannt, so löset sich 
das Charnier, das Rad fällt auf den Tisch und rottet hier wie vorhin. 
Kap. 6. Decoupirungen und Transparente. 
§.91. Decoupirungen. 
Die Decoupirungen geben eine treffliche Wirkung in dem 
Feuerwerke und sind sehr einfach zu bewerkstelligen. 
Man schneidet das darzustellende Dessin aus; die Bonbonbüch 
sen geben davon eine vollständige Idee. 
Ich nehme also an, man wolle alles das. was aus dem Pa 
piere dieser Büchsen herausgeschnitten ist, in Feuer darstellen. Man 
stellt eine Sonne mit beliebig vielen Schwärmern in die Mitte der 
Büchse und leimt das ausgeschnittene Papier auf die Seite des 
Deckels; zündet man nun die Sonne an, so gibt diese durch die De- 
coupirung das gewünschte Dessin. 
Es darf kaum bemerkt werden, daß der Boden der Büchse nicht 
nöthig ist. Man bedarf nie der Axe, um welche die Sonne rottet, 
und diese befestigt man zwischen den Balken des Gerüstes. Die 
Wände oder die Ränder der Büchse sind deshalb nöthig, damit das 
Feuer von ihnen zurückgehalten wird, was sonst einen unangenehmen 
Effect machen würde. Man begreift leicht, daß ein einfaches Pa 
pier, was obenein durchscheinen würde, nicht stark genug ist, um der 
verzehrenden Kraft des Feuers zu widerstehen. Man nimmt da 
her eine Pappe, die oben der Schönheit wegen, und unten 
deshalb bemalt ist, damit das Feuer wenn nicht eine ganz, doch nur 
schwer verbrennliche Masse finde. Statt der Pappe kann man auch 
Weißblech nehmen. Das helle, durchsichtige, im Papiere ausge 
schnittene Dessin wird dargestellt, und nicht der Theil der Pappe, der 
stehen geblieben ist. So z. B. ist der Zweig in der Rose (1. XV.) 
ausgeschnitten und erleuchtet, wahrend die Umgebung oder der 
Grund schwarz erscheint oder nicyt gesehen wird.
	        

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